Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Joh.19/26,27: Jesus nun, Der Seine Mutter sah und den Jünger dastehen, den Er liebe hatte, spricht zu Seiner Mutter: “Weib, siehe dein Sohn!”. Danach spricht Er zu dem Jünger: “Siehe, deine Mutter!” Der Herr: “Weib, siehe deinen Sohn!” und: “Sohn, siehe deine Mutter!” heißt tiefer soviel als: “Du, Welt, siehe des Menschen Sohn, und du, Menschensohn, siehe an die Welt, und richte sie nicht, sondern erweise ihr Liebe!” Tiefer gesprochen: “Du, göttliche Weisheit! Neige dich hin zu deinem ewigen Urgrunde, und du, ewiger Urgrund, siehe an und nimm auf zur Einswerdung deinen ausstrahlenden Sohn!” Weiter: “Du Eine, die du einst das Allerheiligste trugst, siehe an den Tod deines Werkes, und Du Getöteter, so Du auferstehen wirst, gedenke der, die einst das Allerheiligste, das Licht der ewigen Liebe nämlich, trug!” Sehet, in diesen kurzen Andeutungen liegt die unendliche Tiefe, die kein geschaffenes Wesen je völlig erfassen wird, weil der Inhalt dieser Tiefe an und für sich schon unendlich ist und sich dazu noch in einem jeden Augenblick verunendlichfältigt! So viel aber sagte Ich euch darüber darum, auf daß ihr daraus ersehen sollet, daß Derjenige, Der solches vom Kreuz herab geredet hatte, mehr war als nach der Meinung vieler ein bloß einfacher israelitischer Delinquent unter dem Scharfgerichte Roms, weil Er als ein Volksaufwiegler und Rebell gegen Rom angeklagt ward. Das ist demnach der tiefere geistige Sinn. Ihr aber bleibet für euch bei dem natürlichen Testamente! Denn auch ihr seid Meine Jünger, und die Armen der Welt sind Meine Mutter. Und so sage Ich auch zu dieser Mutter: “Siehe, deine Söhne!” Und zu euch sage Ich: “Sehet, eure Mutter!” <SCHTXT 32/14-18>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 40 →
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