Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Leben, sofern es das geistige Leben bezeichnet. Im anderen Leben nämlich wird durch Leben im allgemeinen der Himmel, im besonderen die ewige Seligkeit bezeichnet, und durch Tod wird im allgemeinen die Hölle, im besonderen die ewige Unseligkeit daselbst bezeichnet, was auch aus mehreren Stellen im Wort klar wird. Daß der Himmel im allgemeinen und die ewige Seligkeit im besonderen Leben heißt, hat den Grund, weil dort Weisheit des Guten und Einsicht des Wahren ist, und der Weisheit des Guten und der Einsicht des Wahren Leben vom Herrn innewohnt, von Dem alles Leben. Weil aber in der Hölle das Gegenteil ist, nämlich anstatt des Guten das Böse und anstatt des Wahren das Falsche, und so das geistige Leben ausgelöscht, deswegen ist dort beziehungsweise Tod; denn geistiger Tod ist das Böse und Falsche, und beim Menschen ist es das Böse wollen, und daher das Falsche denken. <HG 5407>
“Daß du den Namen hast, du lebest und bist tot” bedeutet die Beschaffenheit des Denkens, sofern sie meinen, sie seien lebendig, weil sie ein sittliches Leben führen, während sie doch tot sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit des Zustandes bezeichnet; aus der Bedeutung von leben, sofern es soviel ist als ein geistiges Leben haben, und aus der Bedeutung von tot sein, sofern es heißt, jenes Leben nicht haben, sondern nur ein sittliches ohne jenes. Daß dieses die Bedeutung von tot sein ist, beruht darauf, daß Leben im Wort das Leben des Himmels beim
Menschen bedeutet und auch ewiges Leben genannt wird, und Tod das Leben der Hölle, welches Leben im Wort Tod genannt wird, weil es die Beraubung des Lebens des Himmels ist. Hier also wird durch: den Namen haben, daß du lebest und bist tot, bezeichnet, daß sie meinen, sie hätten geistiges Leben und würden somit selig, weil sie ein sittliches Leben führen, während sie doch geistig tot seien. Wie dies aber zu verstehen ist, kann aus dem erhellen, was über beiderlei Leben, das geistige und das sittliche gesagt wurde, daß nämlich ein sittliches Leben ohne geistiges Leben ein Leben der Selbst- und Weltliebe ist und ein sittliches Leben aus dem geistigen Leben ein Leben der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten ist, und daß dieses Leben das Leben des Himmels, jenes aber ein Leben ist, das geistiger Tod genannt wird. Wenn man das EKO 182 Gesagte verstanden hat, so kann man wissen, was hier verstanden wird unter leben und doch tot sein. Daß leben oder lebendig sein das geistige Leben im Menschen bedeutet und daß tot sein die Beraubung dieses Lebens und die Verdammnis bedeutet, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen. Das Leben bedeutet den Herrn und daher die Seligkeit und den Himmel aus dem Grunde, weil alles Leben aus einer einzigen Quelle herkommt, und dieser einzige Lebensquell ist der Herr; aber die Engel und Menschen sind nur Formen, die das Leben von Ihm aufnehmen. Das eigentliche Leben, das vom Herrn ausgeht, und das den Himmel und die Welt erfüllt, ist das Leben Seiner Liebe und erscheint im Himmel als Licht. Und weil dieses das Leben ist, so erleuchtet es die Gemüter der Engel und befähigt sie, zu verstehen und weise zu sein. Daher kommt es, daß der Herr Sich nicht nur das Leben, sondern auch das Licht nennt <EKO 186>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 430 →
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