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Knabe/Knäblein – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Kindlein oder Knäblein bedeutet im Wort die Unschuld, dann auch die Liebe, denn wahre Unschuld gibt es nicht ohne Liebe und wahre Liebe nicht ohne Unschuld, die im Wort unterschieden werden durch Säuglinge, Kinder und Knäblein; und weil wahre Unschuld nicht möglich ist ohne wahre Liebe und

Liebtätigkeit, so werden auch durch ebendieselben, nämlich Säuglinge, Kinder und kleine Knaben, bezeichnet drei Grade der Liebe, welche sind zärtliche Liebe wie des Säuglings gegen die Mutter oder Amme; Liebe wie die des Kindes gegen die Eltern; und Zuneigung wie des Knäbleins gegen den Lehrer. Der Herr selbst wird genannt Kindlein oder Knäblein, weil Er die Unschuld selbst und die Liebe selbst ist. <HG 430>

“Außer nur, was gegessen haben die Knaben”, daß dies die guten Geister bedeutet, erhellt aus dem, was vorhergeht, und aus dem was folgt; aus dem, was vorhergeht: im 1.Mose 14/13 wurde Mamre, Eschkol und Aner erwähnt, daß sie Bundesgenossen Abrams waren, womit bezeichnet wurde der Zustand des vernünftigen Menschen in betreff des äußeren des Herrn, wie dessen Gutes und Wahres beschaffen war, und so, daß durch sie bezeichnet wurden die Engel, die mit dem Herrn waren, als Er kämpfte. Hier werden die mit Abram gegangen sind, genannt Knaben, unter denen keine anderen verstanden werden, als gute Geister, unter den Männern dagegen Engel. Daß Engel mit dem Herrn waren, als Er kämpfte gegen die Höllen, erhellt aus dem Wort, sodann auch daraus, daß es, als Er in Versuchungskämpfen war, nicht anders sein konnte, als daß Engel da waren, denen der Herr aus eigener Macht Kraft und gleichsam Macht gab mitzukämpfen, denn alle Macht haben die Engel vom Herrn. Daß die Engel gegen die Bösen kämpfen, kann erhellen aus dem, was früher hin und wieder von den Engeln beim Menschen gesagt worden ist, daß sie nämlich den Menschen beschützen, und das Böse abwenden, auf daß die höllischen Geister ausgehen, allein alle ihre Macht ist vom Herrn: die guten Geister sind zwar auch Engel, aber niedriger, denn sie sind im ersten Himmel, die engelischen Geister aber im zweiten, hingegen die eigentlich sogenannten Engel im dritten. Die Regierungsform im anderen Leben ist, daß die guten Geister untergeordnet sind den engelischen Engeln, so daß sie eine engelische Gesellschaft zusammen ausmachen: die guten Geister und die engelischen Geister sind es, die hier Knaben genannt werden, dagegen die eigentlichen Engel Männer. <HG 1752>

“Und gab ihn an den Knaben ab, und er eilte ihn zuzubereiten”, daß dies die Verbindung dieses Guten mit dem vernunftmäßigen Guten bedeutet, und daß der Knabe der natürliche Mensch ist, erhellt aus der Bedeutung des Knaben, sofern er der ist, der bedient und verwaltet; und das, womit gedient wird oder was geschieht, heißt: zubereiten oder machen, nämlich den Sohn des Rindes, durch den das natürlich Gute bezeichnet wird. <HG 2181>

“Vom Knaben bis zum Greise” daß dies bedeutet das neue und das befestigte Falsche und Böse, kann erhellen aus der Bedeutung des Knaben und des Greises, wenn sie vom Falschen und vom Bösen gesagt werden, daß nämlich die Knaben sind, was noch nicht herangewachsen, also neu ist, Greise was zu hohem Alter gelangt ist, also befestigt. Im guten Sinn bedeutet der Knabe die neue Wahrheit, und der Greis die befestigte Wahrheit. <HG 2348>

“Und nahm zwei Knaben”, daß dies das frühere Vernünftige bedeutet, das er beifügte, erhellt aus der Bedeutung der Knaben. Knabe und Knaben bedeuten im Worte verschiedenes, weil sie sowohl von den Söhnen des Hauses, als auch von den Söhnen des Fremden, dann auch von den Knechten gesagt werden; hier von den Knechten. Daß durch Knechte im Worte auch das Natürliche des Menschen bezeichnet wird, das dem Vernünftigen dienen soll; hier aber, weil nicht Knechte gesagt wird, sondern Knaben, wird das frühere oder bloß menschlich Vernünftige bezeichnet, das dem göttlich Vernünftigen dienen soll; wie dies auch aus der Reihenfolge der Dinge selbst erhellen kann. <HG 2782>

Knabe oder Knäblein bezeichnet einen Zustand, in dem Unschuld ist. <HG 3067>

Säuglinge und Säugammen werden einigemal im Wort erwähnt, und es wird durch sie der erste Zustand der kleinen Kinder bezeichnet, und daß dieser Zustand ist der Stand der Unschuld, leuchtet ein. Denn sobald der Mensch geboren wird, wird er in den Stand der Unschuld eingeführt, auf daß er die Grundlage der übrigen Zustände und der inwendigste in ihnen sei, und dieser Zustand wird im Wort bezeichnet durch den Säugling. Hernach in den Zustand der Neigung zum himmlisch Guten, d.h. der Liebe zu den Eltern, die bei ihnen anstatt der Liebe zum Herrn ist, dieser Zustand wird bezeichnet durch das Kind. Nachher in den Zustand der Neigung zum geistig Guten oder zur gegenseitigen Liebe, d.h. zur Liebtätigkeit gegen ihresgleichen, und dieser Zustand wird bezeichnet durch Knaben. Wenn er noch mehr heranwächst, in den Zustand der Neigung zum Wahren und dieser Zustand wird bezeichnet durch Jünglinge; die folgenden Zustände aber durch Männer, und zuletzt durch Greise. Dieser letzte Zustand, der durch Greise bezeichnet wird, ist der Zustand der Weisheit, in dem die Unschuld der Kindheit. So werden der erste Zustand und der letzte vereinigt, und der Mensch, wenn er ein Greis wird, als wieder ein Kind, aber ein weises eingeführt in das Reich des Herrn. <HG 3183>

“Und sprach: Der Knabe ist nicht mehr” bedeutet, kein Glaube an Ihn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Knaben, sofern er das Wahre des Glaubens ist, denn durch den Sohn wird das Wahre bezeichnet, somit auch durch den Knaben, der hier Joseph ist, und der, wie gezeigt wurde, das göttlich Wahre vorbildet; und weil alles Wahre Sache des Glaubens ist (denn was bei den alten Kirchen das Wahre oder die Wahrheit genannt wurde, heißt in der neuen Kirche der Glaube), daher wird durch “der Knabe ist nicht mehr” bezeichnet, kein Glaube an Ihn. <HG 4765>

Im Wort wird erwähnt der Säugling, das Kind, der Knabe, und durch diese werden drei Grade der Unschuld bezeichnet. Der erste Grad durch den Säugling, der andere durch das Kind und der dritte durch den Jüngling (oder Knaben). Weil aber beim Knaben die Unschuld abgelegt zu werden anfängt, darum wird durch

den Knaben bezeichnet dasjenige Unschuldige, welches das Schuldlose genannt wird. Weil drei Grade der Unschuld, darum werden auch drei Grade der Liebe und Liebtätigkeit durch ebendieselben bezeichnet, aus dem Grund, weil die himmlische und geistige Liebe, d.h. die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten eben nur möglich sind in der Unschuld. Man muß aber wissen, daß die Unschuld der Säuglinge, Kinder und Knaben, nur eine äußere ist, und daß es beim Menschen erst dann eine inwendige Unschuld gibt, wenn er von neuem geboren, d.h. von neuem gleichsam ein Säugling, Kind und Knabe geworden ist. Diese Zustände sind es, die durch jene im Wort bezeichnet werden, denn im inneren Sinn des Wortes wird eben nur das Geistige verstanden, mithin eine geistige Geburt, die Neugeburt und auch Wiedergeburt genannt wird. <HG 5236>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 330 →

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