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Insel – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Daß “von diesen breiteten sich aus die Inseln der Völkerschaften in ihren Ländern” bedeutet, daß die Gottesdienste mehrerer Völkerschaften von ihnen herkamen; und daß die Inseln sind besondere Gebiete, somit besondere Gottesdienste, die noch entfernter waren, und daß die Länder sind ihr Allgemeines, erhellt aus der Bedeutung der Inseln im Wort. Bisher ist gehandelt worden von denen (1.Mose 10/1-4), die einen dem inneren entsprechenden äußeren Gottesdienst hatten; durch die sieben Söhne Japheths sind diejenigen bezeichnet worden, die dem wahren inneren Dienst näher kamen; durch die sieben Söhne Gomers und zugleich Javans, diejenigen, die vom wahren inneren Dienst entfernter waren. Durch die Inseln

der Völkerschaften werden bezeichnet diejenigen, die noch entfernter, und eigentlich diejenigen, die untereinander in Liebtätigkeit, aber doch in Unkunde lebten, indem sie nichts wußten vom Herrn, von den Glaubenslehren der Kirche, und vom inneren Gottesdienst, dennoch aber einen äußeren Dienst hatten, den sie gewissenhaft beobachteten; solche werden im Worte Inseln genannt, daher wird durch die Inseln im inneren Sinn bezeichnet der Gottesdienst, der entfernter ist. Die, welche im inneren Sinn des Wortes sind, wie die Engel, wissen nichts von Inseln, denn sie haben keine Vorstellung mehr von solchen Dingen, sondern statt derselben vernehmen sie den entfernteren Gottesdienst, wie ihn die Völkerschaften außerhalb der Kirche haben. Ebenso vernehmen sie auch bei den Inseln dasjenige innerhalb der Kirche selbst, was etwas entfernter ist von der Liebtätigkeit, wie es die Freundschaftlichkeiten und Artigkeiten sind; Freundschaft ist nicht Liebtätigkeit, noch weniger Artigkeit, sondern es sind Stufen unterhalb der Liebtätigkeit, je mehr sie aber von der Liebtätigkeit an sich haben, desto mehr sind sie aufrichtig. Werden die Inseln dem Lande oder den Bergen entgegengesetzt, so bedeuten sie auch die Glaubenswahrheiten, darum weil sie im Meere sind; somit Lehren, die sich auf gottesdienstlichen Gebräuche beziehen. <HG 1158>

Die Insel bezeichnen Völkerschaften, insbesondere die Völkerschaften in Ansehung der Lehre des Wahren und anderwärts in Ansehung der Lehre des Falschen, denn die meisten Ausdrücke im Wort haben auch eine entgegengesetzte Bedeutung. Die Insel bezeichnet auch solche, welche die Wahrheiten der Lehre aufnehmen werden. <EKO 50>

Unter den Inseln im Wort werden weder Inseln verstanden, noch diejenigen, die auf Inseln wohnen, sondern der natürliche Mensch in Ansehung der Wahrheiten, die in ihm, und daher im abgezogenen Sinn die Wahrheiten des natürlichen Menschen. Die Wahrheiten des natürlichen Menschen sind wißtümliche Wahrheiten, die in die Anschauung des vernünftigen Menschen fallen, und auch Erkenntnisse des Wahren, die in die Anschauung des geistigen Menschen fallen. Die Erkenntnisse des Wahren sind die, welche der Mensch aus dem Wort weiß, und wißtümliche Wahrheiten sind die, welche der natürliche Mensch aus dem Vernünftigen sieht, durch die er auch die Wahrheiten der Kirche zu begründen pflegt. Der Mensch hat zwei Gemüter, das eine ist das obere oder inwendigere, welches das geistige Gemüt genannt wird, und das andere ist das untere oder auswendigere, welches das natürliche Gemüt genannt wird. Das natürliche Gemüt wird zuerst beim Menschen geöffnet und ausgebildet, weil dieses der Welt zunächst steht; das geistige Gemüt aber wird nachher geöffnet und ausgebildet, aber nur in dem Maß, als der Mensch die Erkenntnisse des Wahren, die aus dem Wort oder aus der Lehre aus dem Wort stammen, mit dem Leben aufnimmt; daher wird es bei denen nicht geöffnet, die sie nicht auf das Leben anwenden. Wenn nun das geistige Gemüt geöffnet wird, alsdann fließt das Licht des Himmels durch dieses Gemüt

in das natürliche ein und erleuchtet es, wodurch dieses Gemüt geistig-natürlich wird, denn alsdann sieht das geistige Gemüt im natürlichen beinahe, wie der Mensch sein Angesicht in einem Spiegel, und erkennt dasjenige an, was mit ihm übereinstimmt. Wenn aber das geistige Gemüt nicht geöffnet ist, wie es bei demjenigen der Fall ist, der die Erkenntnisse des Wahren und Guten aus dem Wort nicht auf sein Leben anwendet, so wird dennoch das Gemüt bei einem solchen innerlich im Natürlichen gebildet, aber dieses Gemüt besteht dann aus lauter Falschem und Bösem, aus dem Grund, weil das geistige Gemüt nicht geöffnet ist, durch welches das Licht des Himmels ins Natürliche auf dem rechten Weg hineingesendet wird, sondern gleichsam durch Ritzen ringsumher, wodurch er die Fähigkeit hat, zu denken, zu vernünfteln und zu reden, wie auch die Fähigkeit Wahres zu verstehen, aber dennoch nicht die Fähigkeit, dieses zu lieben, oder aus Neigung dieses zu tun; denn die Neigung Wahres zu lieben, weil es wahr ist, wird nur gegeben durch den Einfluß des Himmelslichts in das geistige Gemüt; denn das Himmelslicht ist durch das geistige Gemüt verbunden mit der Wärme des Himmels, welche Liebe ist, wie vergleichsweise das Weltlicht zur Frühlingszeit. Dagegen das Himmelslicht, das durch Ritzen ins Natürliche einfließt, ist ein von der Wärme des Himmels, welche Liebe ist, getrenntes Licht, wie vergleichsweise das Weltlicht zur Winterszeit ist. Hieraus kann erhellen, daß der Mensch, bei dem das geistige Gemüt geöffnet ist, einem Garten und Paradies gleicht, und daß der Mensch, bei dem das geistige Gemüt nicht geöffnet ist, einer Einöde und einem mit Schnee bedeckten Land gleicht. Weil das Gemüt den Menschen macht - sein Gemüt ist nämlich der Verstand und der Wille - darum ist es das gleiche, ob man sagt Gemüt oder Mensch, somit ob man sagt das geistige und natürliche Gemüt, oder ob man sagt der geistige und natürliche Mensch. Das natürliche Gemüt oder der natürliche Mensch, wird in betreff seiner Wahrheiten und in betreff seines Falschen durch die Inseln im Wort bezeichnet: in betreff der Wahrheiten bei denen, bei welchen das geistige Gemüt geöffnet ist, und in betreff des Falschen bei denen, bei welchen das geistige Gemüt verschlossen ist. Daß dieses durch die Inseln bezeichnet wird, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen. Ps.97/1: “Jehovah regiert, frohlocken wird das Land, freuen werden sich viele Inseln”. Durch dieses wird bezeichnet, daß die Kirche ist, wo das Wort, und die Kirche, wo das Wort nicht ist, mithin die, welche in geistigen Wahrheiten und die in nicht geistigen Wahrheiten sind, sich freuen werden wegen des Reichs des Herrn. Durch das Land wird bezeichnet die Kirche, wo das Wort ist, und durch die Inseln, wo das Wort nicht ist, mithin die, welche entfernt von den geistigen Wahrheiten sind, denn die Wahrheiten des Wortes sind allein geistig. Bei denen aber, die außerhalb der Kirche sind, weil sie keine Wahrheiten aus dem Wort haben, sind bloß natürliche Wahrheiten, daher kommt es, daß sie Inseln heißen. Unter den Inseln im Wort werden nicht irgendwelche Inseln des Meeres verstanden, sondern die Orte in der geistigen Welt, die von denen bewohnt werden, die in der natürlichen Wissenschaft von Kenntnissen sind, die einigermaßen mit den Kenntnissen des Wahren und Guten, die im Worte sind, übereinstimmen,

und diese Orte erscheinen dort zuweilen wie Inseln im Meer. Daher werden im abgezogenen Sinn durch die Inseln des Wahre des natürlichen Menschen bezeichnet; die Benennung kommt her vom Meer, in dem Inseln sind, denn das Meer bedeutet das Allgemeine des Wahren, oder die Wahrheiten des natürlichen Menschen im allgemeinen. <EKO 406>

“Und jede Insel floh” bedeutet, daß keine Wahrheit des Glaubens mehr da war. Dies erhellt aus der Bedeutung der Insel, insofern sie die Kirche in Ansehung der Wahrheiten des natürlichen Menschen bezeichnet, die man wissenschaftliche Wahrheiten, wie auch Erkenntnisse des Wahren und Guten nennt; hier die Kirche in Ansehung der Glaubenswahrheiten, denn diese Wahrheiten sind Wahrheiten des natürlichen Menschen. Daß sie nicht mehr vorhanden sind, wird dadurch bezeichnet, daß jede Insel floh. Die Insel bedeutet aber die Kirche in Ansehung ihrer Wahrheiten, weil die Insel ein vom Meer umgebenes Land ist, und durch das Land die Kirche und durch das Meer das Wissenschaftliche und die Kenntnisse im allgemeinen bezeichnet werden, die der natürliche Mensch besitzt. Unter den Inseln werden im Wort auch Kirchen bei den Völkerschaften verstanden, bei denen nur Wahrheiten der äußeren Erscheinung waren, die vom echten Wahren noch entfernt sind, diese Bedeutung hat ihren Grund darin, daß die Inseln des Meeres weit entfernt waren vom Lande Kanaan, das ein Festland war, durch das die Kirche bezeichnet wurde, die im Besitz der echten Wahrheiten ist. <EKO 1024>

Ihr fragt mich (Markus): Welche Klasse Menschen haben denn diese bei ihrem Leibesleben auf der Erde angehört? Ich sage euch: das sind die sogenannten gläubigen Christen, die in dem alleinigen Glauben die Rechtfertigung suchten und die Liebe nicht wohl anerkennen wollten, als tauge sie nichts fürs ewige Leben, sondern allein der Glaube. Und solche Begründung hält sie hier. Der See bezeichnet die Unzulänglichkeit derjenigen, die sich in irgend etwas begründet haben. Die Inseln aber bezeichnen, daß die Begründung aus dem Worte des Herrn hervorgegangen ist. Weil aber die Wahrheit nicht in Verbindung mit der Liebe ist, oder das Glaubenswahre nicht in der wahren himmlischen Ehe steht mit dem Liebeguten, so ist das bewohnbare Ländertum dieser Völker allenthalben durch das dazwischenstehende Wasser getrennt. Die Fahrzeuge, die ihr auf dem See erblickt, bezeichnet die freundlich gute Handlungsweise solcher Menschen auf der Erde. Diese Handlungsweise bringt, wie ihr seht, diese Inselbewohner in wechselseitige Verbindung. Diese Gegend hier zu linken Seite aber bezeichnet diejenigen, die aus den Glaubenswahrheiten nach und nach in einiges Liebetätigkeitsgute übergegangen sind und glauben darum auch an die Liebe des Herrn; aber es bleibt mehr beim Glauben als bei der Liebe. Solches bezeichnen allenthalben die hohen und starken Bäume, die aber dennoch keine genießbare Frucht tragen; daher die Lebensmittel, wie ihr seht, nur kleinwüchsig auf dem Boden in gehörig reichlicher Menge vorkommen. So bezeichnen auch die Pyramiden auf den runden Gebirgshöhen zur linken Seite

mit den leuchtenden Sternen über den Spitzen, daß das oberste Prinzip dieser Menschen der Glaube ist, und ebenfalls das alleinige Licht. Die mit Zedern wohlbewachsenen übrigen Teile dieser Berge bezeichnen die Macht des Glaubens. Daß sie aber keine genießbare Frucht haben, solches besagt, daß der Glaube allein des Leben nicht bewirkt. Und wenn schon in dem Glauben allein für sich ein geistiges Leben waltet, so hat es aber doch nur wenig Früchte, durch deren Genuß sich das Leben zu einer höheren Potenz kräftigen könnte. <GS I,21/14-16>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 180 →

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