Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Wenn die letzte Zeit der Kirche ist, dann kommt der Herr in den Wolken der Himmel, mit Kraft und Herrlichkeit. Niemanden ist bis jetzt bekannt, was unter den Wolken der Himmel verstanden wurde, aber es wurde mir aufgeschlossen, daß nichts anderes verstanden wird, als der buchstäbliche Sinn des Wortes, und unter der Kraft und Herrlichkeit der innere Sinn des Wortes; denn im inneren Sinn des Wortes ist die Herrlichkeit, weil alles darin vom Herrn und Seinem Reiche handelt. <HG, Vorrede zu 1.Mose 18.Kap.>
Herrlichkeit, sofern sie den geistigen Himmel bezeichnet. Damit, daß die Herrlichkeit den geistigen Himmel bezeichnet, verhält es sich in folgender Weise: es gibt zwei Reiche, die den Himmel ausmachen, nämlich das himmlische Reich und das geistige Reich. Das himmlische Reich ist der innerste oder dritte Himmel, und das geistige Reich ist der mittlere oder zweite. Das Gute, in dem die Himmlischen sind, wird das himmlische Gute genannt, und das Gute, in dem die Geistigen, wird das geistig Gute genannt. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das geistig Gute ist das Gute der Liebe zum Nächsten. Mit der Verbindung dieser zwei Reiche verhält es sich auf folgende Weise: das Gute der tätigen Liebe gegen den Nächsten ist es, was sie verbindet, denn das Innere derer, die im himmlischen Reiche sind, ist die Liebe zum Herrn, und ihr Äußeres ist die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Aber das Innere derer, die im geistigen Reiche sind, ist die tätige Liebe gegen den Nächsten, und ihr Äußeres ist der daraus hervorgehende Glaube; und hieraus geht hervor, daß die Verbindung dieser zwei Reiche durch Liebtätigkeit gegen den Nächsten zustande kommt, denn in ihr endigt sich das himmlische Reich und durch sie beginnt das geistige Reich. So ist das Letzte des einen das Erste des anderen, und hierdurch nehmen sie sich gegenseitig auf. Nun soll auch gesagt werden, was die Herrlichkeit ist: die Herrlichkeit im höchsten Sinn ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, somit ist es das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht. Die Herrlichkeit aber im vorbildlichen Sinn ist das Gute der Liebe gegen den Nächsten oder die Liebtätigkeit, die das äußere Gute des himmlischen Reiches ist, und das Innere des geistigen Reiches des Herrn; denn dieses Gute ist im eigentlichen Sinn das göttlich Wahre im Himmel. Und weil hier von Israel gehandelt wird, der das geistig Gute bezeichnet, oder die Liebtätigkeit, die das geistige Reich in den Himmeln ausmacht, sowie die geistige Kirche auf Erden, darum wird hier unter der Herrlichkeit Josephs, die man Israel kundtun sollte, der geistige Himmel verstanden. Der geistige Himmel wird Herrlichkeit genannt, weil das, was in demselben ist, im Licht, im Glanz und in strahlender Helle erscheint. <HG 5922>
“Hervorragend an Hoheit, und hervorragend an Macht” bedeutet, daß durch ihn Herrlichkeit und Macht komme. Dies erhellt aus der Bedeutung von hervorragen an Hoheit, insofern es die Herrlichkeit bezeichnet, denn wer in Hoheit ist, ist auch in Herrlichkeit und aus der Bedeutung von hervorragen an Macht, insofern es eine Gewalt bezeichnet, denn wer in Macht ist, hat auch Gewalt. Die Herrlichkeit bezieht sich auf das Glaubenswahre, und die Herrschermacht auf das Gute der Liebtätigkeit; deswegen wird gesagt, daß durch ihn, d.i. durch den Glauben komme Herrlichkeit und Macht, nämlich aus dem Wahren des Glaubens und dem Guten der Liebtätigkeit, worüber gleich oben gehandelt wurde. <HG 6345>
Die Dichtigkeit bedeutet das Dunkle, wie nämlich das Denken des Menschen, aus dem bloß sinnlichen, d.h. aus dem ganz natürlichen Lichte beschaffen ist; und in dieser waren zu jener Zeit die Nachkommen Jakobs und auch heutigen Tages die Juden in betreff des Göttlichen, denn das Göttliche kann keinem anders erscheinen, als gemäß dem Zustand seines Lebens und der daraus hervorgehenden Auffassung. Daher ist das himmlische Licht für die, welche in der Selbstliebe und Weltliebe befangen sind, was bei jenem Volke mehr als bei anderen der Fall war, wie eine dichte Wolke. Das Wort im Buchstabensinn, besonders das prophetische, erscheint auch wirklich nicht anders im Verhältnis zu seinem inneren Sinn. In seinem inneren Sinn aber ist es ein Licht, ähnlich wie das Licht der Sonne oberhalb der Wolken, und dieses Licht wird im Worte Herrlichkeit genannt. Deshalb wird auch im Wort gesagt, Jehovah fahre auf den Wolken, reite und fliege auf ihnen, habe Seine Gewalt auf ihnen, und der Herr werde kommen auf den Wolken des Himmels, und dergleichen mehr, was nimmermehr von Jehovah, d.h. vom Herrn gesagt worden wäre, wenn es nicht das Licht des Wahren bezeichnete, in dem Er selbst im Himmel ist, und die Wolken den Schatten des Wahren, in dem diejenigen sich befinden, die unterhalb sind. <HG 8781>
“Zur Herrlichkeit und zur Zierde” bedeutet, um das göttlich Wahre darzustellen, so wie es im geistigen Reich, das dem himmlischen Reich beigefügt ist, seiner inneren und äußeren Form nach besteht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herrlichkeit, sofern sie das göttlich Wahre bezeichnet. <HG 9815>
“Zur Herrlichkeit und zur Zierde” bedeutet das Wahre der geistigen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von “zur Herrlichkeit und zur Zierde”, insofern es ausdrückt, um das göttlich Wahre darzustellen, so wie es im geistigen Reich, das dem himmlischen Reich beigesellt ist, in seiner inneren und äußeren Form beschaffen ist. Hier aber das Wahre der geistigen Kirche, das aus jenem stammt, denn durch Aharon wird das göttlich Gute in den Himmeln vorgebildet, und durch seine Söhne das göttlich Wahre daraus. <HG 9950>
Daß die Herrlichkeit das göttlich Wahre im Himmel bedeutet, kommt daher, weil das göttlich Wahre dort das Licht ist. Und das, was aus dem Licht des Himmels entsteht, wird Herrlichkeit genannt, weil es herkommt vom Herrn, und das göttlich Wahre, das von Ihm ist, vorbildet und Seine Herrlichkeit kundtut, hauptsächlich was innerhalb des Engels, was Sache der Einsicht und Weisheit ist. Man glaubt in der Welt, daß unter dem “Herrlichkeit sei Gott” (Ehre sei Gott) verstanden würde, Gott wolle Herrlichkeit (Ehre) vom Menschen um Seinetwillen, und daß Er davon angeregt werde und deshalb Wohltaten erzeige. Aber das ist irrig. Gott will Herrlichkeit (Ehre) vom Menschen um des Menschen willen, denn dann schreibt der Mensch alles dem Göttlichen zu und nichts sich selbst, und wenn er das tut, dann kann das Göttliche einfließen mit dem göttlich Wahren und ihm Einsicht und Weisheit geben. So und nicht anders wird der Herr im
Menschen verherrlicht. Denn der Herr liebt einen jeden und will aus Liebe, daß Seine Herrlichkeit, d.i. das göttlich Wahre, bei ihnen sei. <EKO 33>
“Und wenn die Tiere Herrlichkeit und Ehre und Danksagung gaben” bedeutet das göttlich Wahre und das göttlich Gute, und die Verherrlichung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herrlichkeit und Ehre, wenn vom Herrn die Rede, sofern es das göttlich Wahre und das göttlich Gute ist: Herrlichkeit das göttlich Wahre und Ehre das göttlich Gute, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Danksagung, sofern sie die Verherrlichung bezeichnet. Im Wort wird öfter Herrlichkeit und Ehre genannt, und überall bedeutet die Herrlichkeit das Wahre und die Ehre das Gute. Daß diese zwei miteinander genannt werden, hat den Grund, weil im einzelnen des Wortes eine himmlische Ehe ist, nämlich eine Verbindung des Wahren und Guten. Der Grund, warum diese Ehe im einzelnen des Wortes ist, liegt darin, daß das Göttliche, das vom Herrn ausgeht, das göttlich Wahre ist, vereinigt mit dem göttlich Guten; und weil dieses mit jenem den Himmel macht und auch die Kirche macht, darum ist im einzelnen des Wortes jene Ehe; somit ist auch im einzelnen des Wortes das Göttliche vom Herrn und der Herr selbst. <EKO 288>
“Und Ehre und Herrlichkeit” bedeutet, daß Sein ist das göttlich Gute und das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ehre und Herrlichkeit, wenn vom Herrn die Rede, sofern es das göttlich Gute und das göttlich Wahre ist. <EKO 339>
“Und Ehre und Herrlichkeit” bedeutet, daß Sein allein sei alles göttlich Gute und göttlich Wahre, und daher alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens, woraus alle Weisheit und Einsicht stammt, welche die Engel und Menschen haben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ehre und Herrlichkeit, wenn vom Herrn die Rede ist, sofern sie das göttlich Gute und das göttlich Wahre bezeichnen; und weil durch die Ehre und Herrlichkeit, wenn auf den Herrn sich beziehend, das göttlich Gute und das göttlich Wahre bezeichnet wird, darum wird, wenn auf den Menschen bezogen, durch die Ehre und Herrlichkeit alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens bezeichnet, woher die Engel und Menschen alle Weisheit und Einsicht haben. <EKO 345>
“Segen, Herrlichkeit und Weisheit” bedeutet, dieses stamme vom göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht in den drei Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Segens, sofern er die Aufnahme des göttlich Wahren und daher die Befruchtung bezeichnet, woher Seligkeit und ewiges Leben kommt. Aus der Bedeutung der Herrlichkeit, sofern sie die Aufnahme des göttlich Wahren im Inwendigeren bezeichnet; und aus der Bedeutung der Weisheit, sofern sie die Aufnahme des göttlich Wahren im Inwendigsten ist, denn daher kommt Weisheit. Diese drei: Segen, Herrlichkeit und Weisheit werden genannt, weil dieses von den Engeln der drei Himmel gesagt wurde.
Nun wird aber die Aufnahme des göttlich Wahren im letzten oder ersten Himmel Segen genannt; die Aufnahme des göttlich Wahren im mittleren oder zweiten Himmel wird Herrlichkeit genannt; und die Aufnahme des göttlich Wahren im innersten oder dritten Himmel wird Weisheit genannt. Daß aber gesagt wird, Segen, Herrlichkeit und Weisheit sei Gott in die Zeitläufe der Zeitläufe bedeutet, sie sollen in den Himmeln sein von Ihm; alsdann nämlich wird gesagt, daß der Segen, die Herrlichkeit und die Weisheit, Gott sei, wenn sie bei denen sind, die in den Himmeln sind, denn diese sind es, bei denen der göttliche Segen, die göttliche Herrlichkeit und die göttliche Weisheit ist. Daher war es bei den Alten Brauch zu sagen: Gesegnet (Gelobt sei) Gott; und der Segen sei dem Gott, ferner Herrlichkeit und Weisheit sei dem Gott; womit sie nicht verstanden, daß Ihm der Segen, die Herrlichkeit und Weisheit zukomme, weil Er es ist, von Dem aller Segen, Herrlichkeit und Weisheit stammt, sondern sie verstanden darunter, dieses solle von Ihm bei allen sein. So redeten sie, um zu bezeugen, daß sie dieses Gott allein zu verdanken hätten und nichts sich selbst, und daß sie so redeten aus dem Göttlichen und nicht aus sich selbst. <EKO 465>
“Und gaben Herrlichkeit dem Gott des Himmels” bedeutet, daß diese den Herrn anerkannten und verehrten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Herrlichkeit geben oder verherrlichen, sofern es heißt anerkennen und verehren; und aus der Bedeutung des Gottes des Himmels, sofern es der Herr ist. Daß Herrlichkeit geben heißt Ihn anerkennen und verehren, beruht darauf, daß Herrlichkeit geben bedeutet, Er allein habe Herrlichkeit, weil Er der Gott des Himmels und der Erde ist, und zugleich anerkennen, daß alles, was zur Kirche gehört, von Ihm ist, somit alles Heil und ewiges Leben. Aus diesem folgt, daß Herrlichkeit geben und verherrlichen, wenn es auf Gott sich bezieht, heißt, Ihn verehren und anbeten. Herrlichkeit im Wort, wo es auf den Herrn sich bezieht, bedeutet eigentlich das von Ihm ausgehende göttlich Wahre, aus dem Grund, weil dieses göttlich Wahre das Licht des Himmels ist, und aus diesem Licht nicht allein die Engel und Menschen alle Einsicht und Weisheit haben, sondern auch alle Seligkeit, und überdies alle Pracht im Himmel, die unaussprechlich ist. Dies ist es daher, was eigentlich durch die Herrlichkeit Gottes bezeichnet wird; und weil dieses Herrlichkeit ist, so folgt, daß die Herrlichkeit des Herrn ist: Engel und Menschen erleuchten und ihnen Einsicht und Weisheit schenken, und sie mit Seligkeiten und Annehmlichkeiten beglücken, wie auch alles in den Himmeln herrlich machen, und daß diese Herrlichkeit nicht herkommt aus Liebe zur Herrlichkeit (oder zum Ruhm), sondern aus Liebe zum menschlichen Geschlecht. Daher sagt der Herr: Joh.15/8: “Darin wird Mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet und Meine Jünger werdet”. Joh.17/8,10: “Die Worte, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben, und Ich bin in ihnen verherrlicht”. Daß dies die Herrlichkeit des Herrn ist, kann daraus erhellen, daß das Licht des Himmels, aus dem alle Weisheit, Schönheit und Pracht in den Himmeln ist, vom
Herrn als der Sonne ausgeht, und die göttliche Liebe des Herrn es ist, die den Engeln als Sonne erscheint. Hieraus erhellt, daß das Licht des Himmels, das in seinem Wesen das göttlich Wahre ist und die göttliche Weisheit, die ausgehende göttliche Liebe ist. Die Liebe aber will nichts anderes, als das Ihre dem anderen geben, somit andere mit Glückseligkeit erfüllen, wieviel mehr die göttliche Liebe! Seine Herrlichkeit geben und mit Weisheit und Glückseligkeit erfüllen, kann der Herr aber nur, wenn Er anerkannt und verehrt wird, denn dadurch verbindet sich der Mensch mit Ihm in Liebe und Glauben; weil die Anerkennung und Verehrung, wenn sie wirklich Anerkennung und Verehrung sein soll, aus Liebe und Glauben kommen muß, und ohne diese Verbindung kann nichts Gutes vom Herrn einfließen, weil es nicht aufgenommen wird. Aus diesem wird nun klar, daß Herrlichkeit geben dem Gott des Himmels heißt, den Herrn anerkennen und verehren. <EKO 678>
“Fürchtet Gott und gebet Ihm Herrlichkeit” bedeutet, daß sie den Herrn verehren sollen aus Seinem göttlich Wahren und durch ein Leben nach demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gott fürchten, insofern es bedeutet, den Herrn hochachten und verehren, und aus der Bedeutung von: Ihm die Herrlichkeit geben, insofern es bezeichnet, dem göttlich Wahren gemäß leben, d.h. gemäß Seinen Geboten im Wort. Durch Herrlichkeit wird, wo vom Herrn die Rede ist, das von Ihm ausgehende göttlich Wahre verstanden, somit auch das Wort, wie es im Himmel ist; denn es ist für die Engel das Licht, durch das der Herr Seine Herrlichkeit offenbart, weil Er durch dieses Licht Einsicht und Weisheit gibt und auch Herrliches vor ihren Augen darstellt, das aus den köstlichsten Gegenständen hervorstrahlt. Dies wird im nächsten Sinn durch die Herrlichkeit des Herrn bezeichnet. Weil aber alle jene Dinge vom Herrn je nach der Aufnahme des von Ihm ausgehenden göttlich Wahren gegeben werden, so erscheinen die prachtvollen Gegenstände, die wie aus Gold und Edelsteinen in wunderbaren Formen hervorstrahlen, den Engel durchaus je nach ihrer Weisheit, denn es sind Entsprechungen. Weil sie aber ihre Weisheit so besitzen, wie sie das göttlich Wahre sowohl durch die Lehre, als durch das Leben aufnehmen, deshalb wird durch: Ihm die Herrlichkeit geben bezeichnet, dem göttlich Wahren gemäß leben. <EKO 874>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 90 →
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