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Geschwür – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Die Geschwüre beim Menschen an seinem Leib entsprechen den Unsauberkeiten, die aus Bösem kommen, und die Blattern den Lästerungen; und sie würden sich auch an jedem bösen Menschen zeigen, wenn er nicht, solange er in der Welt ist, in einem Zustand wäre, der ihn befähigt das Gute und Wahre des Glaubens aufzunehmen. Um dieses Zustands willen wird es vom Herrn verhütet, daß solche nicht aus dem Bösen hervorbrechen. Gattungen von Geschwüren sind Feigwarzen, Grind, Krätze, die ebenso viele Gattungen von Falschem aus Bösem bedeuten. Die Geschwüre des Aussatzes, als: Geschwulst, Schorf, Blase, Brand, Räude, Flechte, die genannt werden 3.Mose Kap.13, bezeichnen ebenfalls solches; denn der Aussatz bedeutet im geistigen Sinn die Entweihung des Wahren. <HG 7524>

“Und es entstand bösartiges und verderbliches Geschwür” bedeutet die bösen Werke in der Kirche und daher die Verfälschungen des Wortes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschwürs, insofern es die Werke bezeichnet, die vom Menschen ausgehen, und somit aus seinem Eigenen, das böse ist; und weil groß vom Guten und im entgegengesetzten Sinn vom Bösen gesagt wird, und verderblich vom Verfälschten, so werden durch das große (bösartige3) und verderbliche Geschwür die bösen Werke und die dadurch entstandenen Verfälschungen des Wahren bezeichnet. Durch Geschwüre werden aber die Werke aus dem Eigenen und somit das Böse bezeichnet, weil aus dem Eigenen des Menschen nur Böses hervorgebracht werden kann. Das Eigene des Menschen ist nämlich das, was ihm angeboren ist und was er später durch sein Leben erwirbt. Weil aber das Eigene von der Geburt an aus lauter Bösem zusammengesetzt ist, deshalb muß der Mensch gleichsam von neuem geboren, d.h. wiedergeboren werden, damit er im Guten sein und in den Himmel aufgenommen werden kann. Wenn er wieder-

geboren wird, dann wird das Böse, das aus dem Eigenen stammt, entfernt, und an die Stelle desselben Gutes eingepflanzt, was durch die Wahrheiten geschieht. Daß böse Werke und Verfälschungen des Wahren sich bei denen finden, die den alleinigen Glauben durch ihre Lehre anerkennen und durch ihr Leben bestätigen, wird unter dem verstanden, was gleich folgt, nämlich, daß großes und verderbliches Geschwür an den Menschen entstanden sei, die das Malzeichen des Tieres hatten und sein Bild anbeteten. Daß Geschwüre die Werke aus dem Eigenen bedeuten, kann man aus den Stellen des Wortes ersehen, wo Geschwüre und Wunden genannt werden; wie auch da, wo verschiedenartige Krankheiten, z.B. Aussatz, Fieber, Karbunkel, Hämorrhoiden u.a.m. genannt werden, die sämtlich den aus böser Liebe entstehenden Begierden entsprechen, und sie daher auch bezeichnen. <EKO 962>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 347 →

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