Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Und rief: Gefallen, gefallen ist Babylon” bedeutet die Verdammnis und die Zerstörung derer, welche die göttliche Macht des Herrn auf sich übertrugen. Dies erhellt aus der Bedeutung von: gefallen, gefallen, indem es bezeichnet, daß sie verdammt und gänzlich zerstört worden sind; und aus der Bedeutung von Babylon, insofern es diejenigen bezeichnet, welche die göttliche Macht des Herrn auf sich übertrugen. Es wird gesagt: gefallen, gefallen ist sie, weil von Babylon wie von einer Stadt geredet wird, wenn aber unter Babylon die zu verstehen sind, welche die göttliche Macht des Herrn auf sich übertragen haben, und unter der großen Stadt alles was zu ihrer Lehre gehört, dann wird durch fallen das Zerstörtwerden bezeichnet und so dem Prädikat des Subjekts gemäß das Fallen in Zerstörtwerden verwandelt. <EKO 879>
“Jene große Stadt” bedeutet die Verwüstung und Zerstörung alles dessen, was zu ihrer Lehre gehörte. Dies erhellt aus der Bedeutung von fallen, wenn von einer Stadt die Rede ist, insofern es verwüstet und zerstört werden bezeichnet; und aus der Bedeutung der Stadt, insofern sie die Lehre und alles, was zu ihr gehört, bezeichnet. Eine große Stadt wird gesagt, weil eine Lehre bezeichnet wird, die voll von Bösem und Falschem ist; denn groß wird vom Guten und im entgegengesetzten Sinn vom Bösen gesagt. Daß Babylon, diese große Stadt, gefallen ist, bedeutet, daß bei denen, die unter Babylon verstanden werden, alles Gute und Wahre verwüstet sei, und daß sie selbst zur Zeit des Jüngsten Gerichts gänzlich zerstört werden sollen. Daß aber ihre großen Städte, die gegen Süden und gegen Norden hin lagen, gänzlich zerstört worden sind, und die, welche darinnen wohnten, in die Hölle geworfen wurden, erhellt aus dem, was im kleinen Werk vom Jüngsten Gericht über Babylon berichtet worden ist. Daraus geht hervor, daß unter: gefallen, gefallen ist Babylon, jene große Stadt, zweierlei zu verstehen ist, nämlich die Verwüstung ihrer Kirche in der Welt in Ansehung alles Guten und Wahren, und dann auch der Untergang ihrer Angehörigen zur Zeit des Jüngsten Gerichts. Man glaubt gewöhnlich, daß unter der Zerstörung Babylons die Zerstörung dieser verkehrten Religion in der Welt zu verstehen sei, aber nicht eine solche Zerstörung derselben in der Welt wird verstanden, sondern ihre Verwüstung daselbst in Ansehung alles Guten und Wahren des Himmels und der Kirche, und somit auch die Zerstörung derer, welche die göttliche Macht des Herrn auf sich übertrugen und sie nach dem Gelüsten ihrer Selbstliebe gebrauchten, und zwar die Zerstörung derselben in betreff ihrer Seelen und daher in betreff des ewigen Lebens. Denn jene Religion wird dennoch fortbestehen bei denen, die in dieser Selbstliebe beharren und derselben gemäß handeln; und weil jene Zerstörung verstanden wird, die in der Verwüstung der Kirche besteht, so ist auch die Zerstörung ihrer Anhänger nach dem Leben in dieser Welt im allgemeinen und im besonderen zu verstehen: im besonderen die Verdammnis aller unter ihnen, die vermöge jener Religion so beschaffen waren, und im allgemeinen die Zerstörung aller, die von solcher Art waren, durch das Jüngste Gericht. <EKO 880>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 288 →
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