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Fürbitte – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Mit der Vermittlung oder Fürbitte verhält es sich in folgender Weise: In jeder Liebe liegt eine Vermittlung, und somit auch in jeder Barmherzigkeit; denn die Barmherzigkeit ist Sache der Liebe. Daß derjenige, der liebt, oder sich erbarmt, beständig vermittelt, kann aus Beispielen erhellen: der Ehemann, der seine Frau liebt, will, daß sie von anderen wohlwollend aufgenommen werde, und daß man ihr Gutes erzeige; er sagt es zwar nicht mit deutlichen Worten, aber er denkt es beständig, somit bittet er fortwährend im Stillen darum und tritt vermittelnd für sie ein. Ebenso machen es die Eltern für ihre Kinder, die sie lieben; und ebenso handeln die, die in der Liebtätigkeit sind, für den Nächsten; und die, die in der Freundschaft sind, für den Freund. Hieraus kann man ersehen, daß Vermittlung beständig in jeder Liebe liegt. Ebenso verhält es sich mit der Fürbitte oder Vermittlung des Herrn für das menschliche Geschlecht, und besonders für diejenigen, die im Guten und Wahren des Glaubens sind, denn auf diese ist die göttliche, d.h. die unendliche Liebe und die göttliche, d.h. unendliche Barmherzigkeit gerichtet; aber sie bittet nicht den Vater für sie und vermittelt dadurch, denn dies würde ein Verfahren ganz nach menschlicher Weise sein, sondern sie entschuldigt beständig und vergibt fortwährend, denn sie erbarmt sich fortwährend. Und dies geschieht im Herrn selbst, denn der Herr und der Vater sind eins. Ein Geheimnis, das noch tiefer in dem Wort “Vermittlung” verborgen liegt, soll auch mitgeteilt werden: Das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, vermittelt beständig in solcher Weise, weil es von der göttlichen Liebe ausgeht. Der Herr war, als Er in der Welt lebte, das göttlich Wahre, seitdem Er aber verherrlicht worden ist, was geschah, als Er auferstand, ist Er das göttlich Gute. Das göttlich Gute ist es, das im Worte im inneren Sinn unter dem Vater verstanden wird, und das göttlich Wahre unter dem Sohn; und weil im göttlich Wahren, das aus dem

göttlich Guten hervorgeht, eine fortwährende Vermittlung liegt, deshalb wird gesagt, der Sohn bitte den Vater und trete für den Menschen vermittelnd ein. Dieses kann von dem Menschen leicht begriffen werden, jenes aber nur mit Mühe. <HG 8573>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 234 →

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