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Friede – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Der Friede bezeichnet im höchsten Sinn den Herrn; im vorbildlichen Sinn Sein Reich und das Gute vom Herrn daselbst, somit das Göttliche, das ins Gute oder in die Neigungen zum Guten einfließt, welches auch vom Inwendigsten heraus Freuden und Seligkeiten schafft. <HG 3870>

Daß der Friede bedeutet “gut stehen”, hat den Grund, weil er das Inwendigste, und daher das in allem und jedem im Himmel waltende Allgemeine ist; denn der Friede ist im Himmel, wie auf Erden der Frühling, oder wie die Morgenröte, die nicht anregen durch sinnlich wahrnehmbare Abwechslungen, sondern durch das allgemein liebliche Wesen, das in das einzelne, das man wahrnimmt, einfließt, und nicht nur das Innewerden selbst, sondern auch die einzelnen Gegenstände voll Anmut macht. Beinahe ein jeder glaubt, der Friede sei Sicherheit vor Feinden und ein stilles Zusammenleben im Haus und unter Genossen; aber dieser Friede wird dort nicht gemeint, sondern der Friede, der jenen Frieden unendlich übertrifft. Mit diesem Frieden kann niemand begnadigt werden, als wer sich vom Herrn führen läßt und im Herrn ist, d.h. im Himmel, wo der Herr ist alles in allem; denn

der himmlische Friede fließt ein, wenn die aus der Selbst- und Weltliebe entspringenden Begierden weggeschafft sind, weil diese es sind, die den Frieden wegnehmen; denn diese befehden das Inwendigere des Menschen und machen, daß er zuletzt in der Unruhe die Ruhe und in feindseligen Dingen den Frieden sucht, weil er in bösen Dingen seine Lust findet. <HG 5662>

Friede bezeichnet den Lustreiz des Guten, der Unschuld und der Liebe, wo vom Zustand des Friedens im Himmel gehandelt wird. <EKO 22>

Weil aber der Friede in sehr vielen Stellen im Wort vorkommt, und die Erklärung der Sache angemessen sein muß, auf die er sich bezieht, oder dem Subjekt, von dem er ausgesagt wird, und daher seine Bedeutung verschieden erscheint, darum will ich in der Hauptsache angeben, was der Friede bedeutet, damit das Gemüt nicht ins Unbestimmte sich verliere: Friede ist das Glückselige des Herzens und der Seele, das entspringt aus der Verbindung des Herrn mit dem Himmel und mit der Kirche, und diese aus der Verbindung des Guten und Wahren bei denen, die in ihr sind; daher ist dann kein Kampf des Bösen und Falschen mehr gegen das Gute und Wahre, d.h. kein Zwiespalt oder Krieg im geistigen Sinn; daher der Friede, in dem alle Fruchtbarkeit des Guten und Vermehrung des Wahren, mithin alle Weisheit und Einsicht liegt. Und weil dieser Friede vom Herrn allein ist, und von Ihm bei den Engeln im Himmel und bei den Menschen in der Kirche, darum wird durch den Frieden im höchsten Sinn der Herr verstanden, und im bezüglichen Sinn der Himmel und die Kirche, mithin das Gute, verbunden mit dem Wahren bei denen, die dort sind. <EKO 365>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 216 →

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