Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Christus ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, daher ist Er es auch in Ansehung des Wortes und in Ansehung der Lehre aus dem Wort. Christus bedeutet im entgegengesetzten Sinn das verfälschte göttlich Wahre oder die Lehre des Falschen. <HG 3900>
Das Königtum des Herrn wird auch bezeichnet durch seinen Namen Christus, der Gesalbte, Messias, und Sein Priestertum durch den Namen Jesus, denn Jesus bedeutet Heiland (Erretter) oder Heil (Rettung). <HG 9809>
Es wird unter dem Herrn ebendasselbe verstanden, was unter Jehovah im Alten Testament und unter dem Vater im Neuen, nämlich der Herr in Ansehung des Göttlichen Selbst und auch in Ansehung des göttlich Guten, und unter Christus wird ebendasselbe verstanden, was unter Gott im Alten Testament und durch den Sohn Gottes im Neuen, nämlich der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen und auch in Ansehung des göttlich Wahren; denn durch Christus wird das gleiche bezeichnet wie durch den Gesalbten, Messias und König, und unter dem Gesalbten, Messias und König wird der Herr in Ansehung des göttlich Wahren verstanden, und auch in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, als Er in der Welt war; denn damals war der Herr in Ansehung Seines Menschlichen das göttlich Wahre. Das gleiche wird daher bezeichnet durch den Gesalbten Jehovahs; denn das Göttliche Selbst, das Jehovah und der Vater genannt wird, und in seinem Wesen das göttlich Gute der göttlichen Liebe war, salbte das Göttlich-Menschliche, das der Sohn Gottes genannt wird und seinem Wesen nach, während Er Sich in der Welt befand, das göttlich Wahre war; denn die Salbung bedeutete, daß das Göttlich-Menschliche des Herrn von Seinem Göttlichen Selbst, mithin das göttlich Wahre von Seinem göttlich Guten ausging. Hieraus wird klar, daß der Herr allein in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Gesalbte Jehovahs wesentlich war, daß aber die Könige und Priester in vorbildlicher Weise die Gesalbten Jehovahs genannt wurden; denn das Öl, womit die Salbung geschah, bedeutet das göttlich Gute der göttlichen Liebe. Weil nun das göttlich Wahre beim Herrn es war, das vom göttlich Guten gesalbt wurde, darum wird durch Christus und ebenso durch den Messias und den Gesalbten und auch durch König das göttlich Wahre bezeichnet, das vom göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn ausgeht. Daß es so ist, kann aus den Stellen im Wort erhellen, wo Christus der Messias und Gesalbte genannt wird. Und weil der Gesalbte, Christus, Messias und König, gleichbedeutend sind, darum bedeuten auch der Sohn Gottes und jene einzelnen Namen im geistigen Sinn das göttlich Wahre.
Daß der Herr in der Welt genannt wurde Christus, Messias, der Gesalbte und König, hatte überhaupt den Grund, weil in Ihm allein das göttlich Gute der göttlichen Liebe war, von dem das göttlich Wahre ausgeht, und dieses wurde durch die Salbung vorgebildet; denn das Öl, womit die Salbung geschah, bedeutete das göttlich Gute der göttlichen Liebe, und der König, der gesalbt wurde, das göttlich Wahre. Daher bildeten die Könige, wenn sie gesalbt waren, den Herrn vor, und hießen die Gesalbten Jehovahs, aber gleichwohl war der Herr allein in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Gesalbte Jehovahs, weil das göttlich Gute der göttlichen Liebe in Ihm war, und dieses war Jehovah und der Vater, aus Dem der Herr Sein Lebens-Sein hatte. Denn daß Er von Jehovah empfangen wurde, ist bekannt; somit war der Herr aus dem göttlich Guten der göttlichen Liebe, das in Ihm war von der Empfängnis her, in Ansehung Seines Menschlichen das göttlich Wahre solange Er in der Welt war. Aus diesem kann erhellen, daß der Herr allein der Gesalbte Jehovahs wesentlich war, daß aber die Könige Gesalbte Jehovahs in vorbildlicher Weise genannt wurden. Dies nun ist der Grund, warum der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen Messias und Christus, d.h. der Gesalbte genannt wurde. <EKO 684>
Man hat unter Messias oder Christus nichts anderes als das göttlich Wahre zu verstehen, ebenso unter dem Sohn des Menschen und unter dem Beistand, den Hl. Geist, den der Herr, nach Seinem Hinscheiden, in die Welt herabsandt. <WCR 85>
In der Kirche ist bekannt, daß der Herr zwei Ämter auf sich vereinigte, das priesterliche und das königliche. Aber nur wenige wissen, worin diese Ämter bestehen. Es soll deshalb erklärt werden. In bezug auf Sein priesterliches Amt wurde der Herr “Jesus”, in bezug auf sein königliches Amt wurde Er “Christus” genannt. In Hinblick auf Sein priesterliches Amt heißt Er im Worte auch “Jehovah” und “Herr”, im Hinblick auf Sein königliches Amt “Gott” und der “Heilige Israels”, oder auch “König”. Diese beiden Ämter unterscheiden sich voneinander wie die Liebe von der Weisheit oder - was auf dasselbe hinausläuft - wie das Gute vom Wahren. Und deswegen war alles, was der Herr aus der göttlichen Liebe oder dem göttlichen Guten tat und wirkte, im Sinne Seines priesterlichen Amtes getan und gewirkt, hingegen alles, was Er aus der göttlichen Weisheit oder dem göttlichen Wahren tat und wirkte, im Sinne Seines königlichen Amtes. <WCR 114>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 300 →
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