Kindheit und Jugend Jesu – Teil 1 / 21. Worte über den freien Willen des Menschen, Des Hauptmanns Fürsorge
01] Und der Joseph, selbst ganz frappiert durch diese Äußerung des Kornelius sagte zu ihm: »Wie groß dieses Wunder ist in sich, wüßte ich dir selbst zu künden nicht!
02] Daß aber große und mächtige Dinge dahinterstecken, das kannst du mir glauben: denn um geringer Sachen wegen würden sich nicht alle Mächte der ewigen Himmel Gottes also bewegen!
03] Aber darum ist dennoch kein Mensch in seinem freien Willen gehemmt und kann tun, was er will; denn das erkenne ich aus dem Gebote, das dir die zwei Engel des Herrn gegeben haben!
04] Denn siehe, der Herr könnte ja unsern Willen bei dieser Gelegenheit geradeso durch seine Allmacht binden, wie er den Willen der Tiere bindet, und wir müßten dann handeln nach Seinem Willen!
05] Aber Er tut das nicht und gibt dafür nur ein freies Gebot, daraus wir ersehen können, daß wir frei aus uns das wollen und tun können, was da ist Sein heiliger Wille.
06] Also bist auch du in keiner Fiber deines Lebens im geringsten gebunden und kannst daher tun, was du willst! Willst du heute mein Gast sein, da bleibe; willst du aber das nicht oder getraust dich es nicht, so hast du ebenfalls den freiesten Willen.
07] Hätte ich dir aber zu raten, da würde ich freilich dir wohl also raten und sagen: O Freund, bleibe; denn besser aufgehoben bist du nun wohl in der ganzen Welt kaum irgendwo als hier unter dem sichtbaren Schutze aller himmlischen Mächte!«
08] Und Kornelius sagte: »Ja, du gerechter Mann vor den Göttern und vor deinem Gott und vor allen Menschen, dein Rat ist gut, und ich will ihn befolgen und will bleiben bis morgen bei dir!
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