Empfangen vom Herrn durch C. M. M., am 21. April 1872
Aus einem Briefe an Schwester J. P.
Den Ich liebe, den rupfe und zupfe Ich, (vergleiche auch Offenbarung Johs. 3. Kap. 19. Vers) – so sagte Er ja Selbst als kleines Kindlein in Menschengestalt.
Hierauf kam des Herrn Wort also:
„O Kinder, könntet ihr diese für euch so einfach scheinenden Worte fassen, ihr müsstet vor lauter Liebe zu eurem Vater zerschmelzen, und doch bleibt es bei sehr Vielen nur bei Worten ohne Taten!
So schreibe nur weiter deiner lieben Schwester Johanna – welche Ich wirklich sehr lieb gewonnen habe – einige Worte von Mir, in Bezug auf den Brief, den du von ihr erhalten hast:
Liebes Kind! Der Eifer ist wohl sehr schön und gut, er darf aber nicht bloß in Worten und gegenseitigem Briefwechsel bestehen, sondern muss in tatsächliche Anwendung gebracht zu werden. So müssen Meine Kinder beweisen, dass sie es sind, welche Ich auserkoren habe, um Meine Lehre nicht bloß auf dem Papier, sondern im Herzen zu bewahren und von da aus mit Taten die Worte zu zieren.
„Wo sollte ich anfangen?“ fragt sie Mich in ihrem Herzen, da kann und will Ich ihr gleich einen kleinen Wink dazu legen, nehmlich: sie sollte genau durchforschen, ob sie die Schule der Demut schon genug durchgemacht habe, ob sie sich im Stande befindet, den sie beleidigenden Neben-Menschen als einen kleinen Gott – (weil auch einen göttlichen Funken in sich tragend) – aus Liebe zu Mir und aus Mir zu lieben und im Notfalle das Böse mit Gutem zu vergelten, selbst wenn es Aufopferung und Verleugnung, ihrer selbst kostet! Aus purer Liebe zu Dem, Der euch aus purer Liebe am Kreuze in aller Verachtung der Welt Sein Erdenleben opferte!
Sehet, Meine lieben Kinder müssen vorerst die Schule der Demut genau durchprüfen; das alles verlange Ich. Ja, es ist nicht so leicht, „Mein Kind“ zu werden, – bitter sind die allerbesten Arzneien; – doch mit Meiner Hilfe überwindet der Mensch alles; wann der feste Wille dabei, ist Mein Segen nicht abwesend! – Das ist die Gabe, die Ich dir sende. –
Wenn ihr so ganz gemütlich beisammen seid im Gespräche von eurem liebenden Vater, o wie freut sich Mein Vaterherz! – Und wie traurig aber muss Ich wieder zurückkehren, wenn Meine Kinder in der Geduld ausarten, muss sie verlassen, andere Saiten aufziehen, um sie wieder in der Geduld zur Übung zu bringen.
So, Meine Kinder, sind die Wege, die Ich euch vorlege, zum Kampf und Streit euch zu festen, um der Wiedergeburt des Geistes nicht zu entgehen.
Ereifert euch alle, im Kampfe nicht zu unterliegen, dass die Heimkehr in Mein Reich euch nicht erschwert wird und ihr mit Frohlocken an Mein baldiges Wiederkommen denken dürfet. – Das alles bedenkt wohl! – Mit dem Segen an Meine Kinder.
Amen!“
NEUOFFENBARUNG