622. Die Stufenleiter der Erkenntnis
Mein Kind, dich bekümmern wieder einmal die vielen „Christusse" und deren zum Teil widersprüchliche Aussagen und du zweifelst an der Wahrheit. „Was ist Wahrheit?" fragst du wie Pilatus und erbebst bei der Möglichkeit, du selbst könntest Irrtum unter den Mitmenschen ausstreuen und dich dadurch vor Mir versündigen. Ich will dir ein Gleichnis geben.
Eure herrliche Sonne am Himmelszelt erstrahlt klar, rein und hell seit Ich sie erschuf, um Segen über Segen und Leben auf eurer Erde zu verbreiten. Doch das reine Licht kann in seiner Reinheit nicht immer wahrgenommen werden. Es kann mächtig getrübt erscheinen oder von den Wolken ganz verdeckt sein. Im Tautropfen erscheint die Sonne anders als ihr Schein durch eine berußte Glasscheibe oder im Spiegel einer unruhigen Meeresoberfläche. Wird die Sonne dadurch wahrer oder unwahrer? Der Gefangene in seiner Gefängniszelle kann sich mehr an dem vom Ruß getrübten Sonnenstrahl erfreuen, der zu ihm eindringt, als derjenige, der den Sonnenschein in Freiheit genießt. Wie sehr beeindruckt euer Herz der Anblick der ins Meer eintauchenden oder aus dem Meer auftauchenden Sonne, und wie sehnt ihr euch nach trübem, regnerischen oder nebeligen Wetter nach dem reinen Sonnenschein. Sind die Erfahrungen, die die Menschen so unterschiedlich mit dem Schein der Sonne machen, nun wahr oder unwahr?
So siehe, ist das auch im Geiste mit den verschiedenen „Cristussen". Die Reinheit und der Zustand des menschlichen Herzens entscheiden über die Reinheit und Wahrheit der Kundgebungen aus dem Geiste. Die Liebe zu Mir entscheidet darüber, ob Ich Mich der Seele nähern kann oder ob sie noch zu unentwickelt ist, und sich vorerst nur Meine Boten in Meinem Auftrag äußern dürfen. Immer aber ist dabei auch entscheidend, wer sich um das jeweilige geistige Brot schart und sich von ihm angezogen fühlt. Daher sagte Ich: „Prüfet alles und behaltet das Gute". Oder: „Dem Heiligen ist alles heilig“, denn er erkennt in jeder Nahrung das ihm Zuträgliche und scheidet das Falsche aus. Daher gibt es eine Zeit, in der ihr bestimmte geistige Kost voll Verlangen zu euch nehmt, die später für euch bedeutungslos wird und andere, die ihr früher abgelehnt habt, plötzlich für euch verständlich ist und ihr das nun, d.h. zu diesem Zeitpunkt, braucht, um eure geistige Erkenntnis voranzubringen. So ist ja alles gut, Mein Kind, und es bedarf da keiner Unruhe, sondern nur Gelassenheit in Meine Liebesführungen, denn ihr alle steht ja auf Meiner Jakobsleiter und daher mehr oder weniger hoch auf dem Wege der göttlichen Stufenleiter der Erkenntnisse, deren Vervollkommnung in Ewigkeit kein Ende finden wird. Für alle ist genügend Erkenntnis, Licht, Weisheit, Brot des Himmels vorhanden und jeder erhält auf seiner Stufe das für ihn zubereitete. Alle aber sind auf dem Weg zu Mir und haben begonnen, den Weg zu beschreiten und die Höhen zu erklimmen. Überlaßt Mir ihre Entwicklung, auf welcher Stufe sie auch immer stehen und welche Schatten sie in der Tiefe noch belasten, ehe sie in die Höhe des reinsten Sonnenlichtes emporgeklettert sind.
Liebet einander, Meine Kinder, urteilt und beurteilt nur euch selbst und bleibt in Mir, damit Ich in euch bleiben kann, als euer wahrer Führer, Helfer und Beschützer. Sorgt euch nicht, streitet euch nicht, greift einander unter die Arme mit Meiner Barmherzigkeit, die die eurige werden muß, dann ist alles gut. Seid stille im Herrn, in Mir und laßt euren inneren Geist immerfort Mein Angesicht schauen, und die Werke eurer Liebe zum Nächsten werden eure Schritte auf der Himmelsleiter beflügeln und euch die Kraft geben und das Öl in eure Lampen, die euch befähigen, euer Licht leuchten zu lassen, um denen den Weg zu weisen, deren Lampen noch nicht brennen. So erfreut euch weiterhin an Meinem Wort und legt ab, was eurem Geist nicht mundet und schaut in Mein Antlitz und lernt Wahres von Falschem zu unterscheiden und legt das ab, was ihr als ungenießbar für euch erkennt, denn Mein Wort wird immer euer Herz erheben und befruchten und die Liebeflamme zu Mir anfeuern.
Amen
FG. 04.03.2010, 13.30-15.13 Uhr, nach der Lektüre „Das dritte Testament"(auch die Prophezeiung von Mexiko genannt).
Nachtrag um 15.27 Uhr:
Wer die Paradiesesschwelle im irdischen Leben nicht überschreitet, wird in der irdischen Sphäre (3. Prinzip bei Jacob Böhme) bleiben müssen, und so er will, wieder auf der Erde inkarnieren. Von Mir her ist keine Regelinkarnation vorgesehen.
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