← Zurück zu „Kindheit und Jugend Jesu – Teil 2“

222. Ein Gespräch über die Kometen als Unglücks- und Kriegsboten

222. Kapitel – Ein Gespräch über die Kometen als Unglücks- und Kriegsboten.
3. Juni 1844

[222,01] Als der Cyrenius aber den starken Kometen so recht beschauet hatte, da sprach
er:
[222,02] „Fürwahr, ein sonderbarer Stern! – Es ist der erste, den ich sehe;
[222,03] gehört habe ich wohl schon öfter von diesen mythischen Unglücksboten am
Himmel.“
[222,04] Auf diese Bemerkung des Cyrenius kam auch der Maronius Pilla herbei und
sagte:
[222,05] „Da sieh einmal hin! Der Tempel des Janus ist kaum sieben Jahre geschlossen,
und alles sagte:
[222,06] ,Nun wird Rom einen ewigen Frieden bekommen!‘, denn so lange sei dieser
Tempel noch nicht geschlossen gewesen!
[222,07] Da haben wir aber nun schon das entsetzliche Zeichen vor unseren Augen, daß
der Janustempel gar bald wieder erschlossen wird,
[222,08] und daß es auf den großen Marsfeldern gar lebendig wird zuzugehen
beginnen!“
[222,09] Joseph aber fragte den Maronius Pilla, ob er denn wohl im Ernste so einen
Schweifstern für einen Kriegsboten halte.
[222,10] Und der Maronius sprach ganz ernstlich: „O Freund, das ist eine eherne
Wahrheit! – Ich sage dir: Krieg über Krieg!“
[222,11] Und der Cyrenius sprach dazu: „Nun sind die zwei Rechten einmal
beisammen!
[222,12] Joseph hängt noch immer mächtig an seinem Moses, und Maronius Pilla kann
seines altheidnischen Aberglaubens nicht ledig werden!“
[222,13] Joseph aber sprach: „Hochschätzbarster Bruder und Freund Cyrenius! Ich aber
meine, Moses ist doch immerhin besser als der Janustempel in Rom!“
[222,14] Und der Cyrenius sprach: „Allerdings! – Aber so man den Herrn Selbst, den
Jehova Selbst in Seiner Fülle hat, da meine ich, sollen Moses wie der dumme Janus so hübsch
in den Hintergrund treten, und das ein für alle Male!
[222,15] Der Komet scheint laut alten, ungegründeten Sagen wohl ein Unglücksbote zu
sein;
[222,16] aber ich glaube, unser Herr und allerliebster Jesus in Seiner Gottheit Fülle
wird auch ein Herr über diesen mutmaßlichen Herrn des Unglücks sein! Bist du nicht meiner
Meinung?“
[222,17] Und der Joseph sprach: „Das sicher; aber darum ist Moses doch nicht mit dem
Janus Roms zu vergleichen, auch nicht in dieser Gegenwart des Herrn!“
[222,18] Und der Cyrenius sprach: „Das will ich auch nicht; aber so ich den Herrn
habe, dann sind wenigstens mir Moses und Janus gleich!“
[222,19] Hier sprach das Kindlein zum Cyrenius: „Bei dem bleibe du!
[222,20] Denn wahrlich, wo es sich um die Unendlichkeit handelt, da schwinden alle
Größen, und die Null zählt soviel wie eine Million!“
[222,21] Diese Antwort des Kindleins gab dem Joseph einen kleinen Stoß, und er hielt
darauf dem Moses kein Vorwort mehr vor dem Cyrenius.

← Zurück zu „Kindheit und Jugend Jesu – Teil 2“