Die Erhabenheit des Menschen nach den Worten der Bibel
Die menschliche Wissenschaft schreitet vorwärts und erfindet immer neue Sachen, die zuvor unbekannt oder unvollendet waren, als man noch forschte um sie zu erfinden. Also ist es auch mit der Bibel der Fall. Die Bibel ist eine Fundgrube von Wahrheiten für Menschen, die selbst in der Wahrheit leben und zum höheren Lichte streben.
2. Wer wird diese Wahrheit bestreiten, der ein gründlicher Kenner der Bibel ist? Wenn aber der Mensch geistesfinster ist, so wird er auch dann das Licht nicht sehen, welches gleich einer strahlenden Sonne dem lichten Liebesgeist eines vollwahren Christen daraus leuchtet, sondern er wird nur Finsternis sehen und diese für Licht und Wahrheit halten, da er nicht mit dem Demutsgeiste eines frommen und geistesreinen Menschen vorgeht, der mit der Liebe zu Gott zum Forschen der Bibel herantritt. Sehet, daher diese Verwirrung der Glaubensbegriffe, woraus so viele Glaubenssekten sich gebildet haben.
3. Die Tatsache belehrt den gläubigen Christen, daß die heutige Bibelforschung nicht auf der Grundlage der Wahrheit der göttlichen Liebe steht, sondern Wege wandelt, welche immer mehr die Entzweiung und den Sektengeist fördern.- Zwar wird beteuert, daß es doch eine Herde und ein Hirte Jesus sei, aber man vergißt dabei, daß hunderte von Sekten auch hunderte andersgesinnter Glaubensleiter haben, daß jeder an der Spitze seiner Schar steht und daß einer dem anderen kein Mitrecht einräumt, sondern ein jeder solcher Leiter sagt: Komme nur zu uns und nehme stillschweigend an, was ich sage, – Aber, kann es in der Bibel hunderterlei verschiedene, von einander abweichende Begriffe geben, wenn die Bibel das Wort der göttlichen Wahrheit ist? Nein, weil es keine hunderterlei göttliche Wahrheiten gibt, sondern nur eine, namens Jesus Christus.
4. Was soll damit gesagt werden? Damit wird gesagt, daß die Bibel nicht von den Menschen, sondern von der ewigen Wahrheit Jesus Christus ausgedeutet werden muß, weil die Menschen die geistige Entsprechungssprache, die darin maßgebend ist, nicht mehr bemerken, noch weniger verstehen, weil sie zu weltlich, zu materiell leben. Um diese Weltlichkeit ihres Lebens zu verbergen, lügen sie den Mitmenschen vor, daß Gott zu heilig ist, um mit Menschen zu verkehren! – Allerdings ist das wahr, denn sie nehmen die Erfahrung aus ihrem eigenen Leben, es ist jedoch nicht gesagt, daß das überall auf Wahrheit beruht.
5. Seht, Gott ist der geistige Vater aller Menschen der Erde und das heißt: „Gott ist die Liebe“, die Liebe in Gott ist aber eben das, was geistig Vater genannt wird. Jeder Vater zeugt seine Kinder aus Liebe und in dieser Liebe sorgt er so lange für sie bis sie sich selbst das Brot verdienen können. Gott ist aber die Liebe aller Väter und diese große Liebe ist es eben, wegen welcher Er Sich Vater der Menschen nennt, was Er tatsächlich ist; denn wenn Er nicht einen Funken Seines Liebesgeistes in die Seele gibt, so hat sie kein menschliches Leben und wenn Er die Seele nicht dazu gibt, so bekommen die Eltern keine Kinder.
6. Gott als die Liebe ist im Herzen eines jeden Menschen, denn sonst hätte der Mensch keine Liebe, kein menschliches Leben und keine Sprache, denn Gott ist das Wort (Joh. 1,1), Gott lebt überall, denn Er ist überall vertreten, aber in Seinen Kindern ist Er im großen Maßstabe und daher ist der Mensch die Krone der Schöpfung, da er nach dem Geiste ein Bruder zum Gott des Weltalls ist; nach der Seele ist der Mensch die Braut dieses in ihr wohnenden Geistes; nach dem Körper ist er aber der lebendige Tempel Gottes, weil Gott und Seine Braut, die Seele, darin wohnen. Der Körper des Menschen ist somit die Wohnung und das Werkzeug, mit welchem sich Gott und die Seele nach außen materiell betätigen.
7. Seht, wie hocherhaben der Mensch ist! Nach den Briefen Paulus an die Korinther und Römer wohnt Gott selber darin. Oder soll das nicht wahr sein? Soll das nur eine Einbildung Paulus gewesen sein, da die anderen Apostel diese Meldung nicht brachten? Oder ist diese Lehre Paulus etwas neues, bisher Unbekanntes gewesen? O nein! Sie ist nicht neu, im Gegenteil eine uralte Wahrheit. Gott ist das Leben als der Liebesgeist des Weltalls, und diesen Liebes- und Lebensgeist blies Er als Seinen Odem in die durch Seine Allmacht geformte und erschaffene Seele, und Adam, der erste Mensch, ward dadurch eine lebendige Seele (Moses I. 2,7): oder soll etwa das mißverstanden, also unwahr sein, was hier gelehrt wird?
8. Ihr wisset, daß Jesaja zu den größten Propheten des ersten Bundes gehörte und was sagte Gott Jehova durch ihn zu Seinen Kindern? O höret, ihr Menschen, die Erhabenheit göttlicher Offenbarung an euch und staunet vor der unaussprechlichen Liebe Gottes, die sich in Ihrer Hochheiligkeit nicht schämt, alle Menschen Ihre Kinder zu heißen, also höret was Gott zu euch spricht durch Jesaja 54,5: Du Seele, Der dich gemacht hat, ist dein Mann, Jehova Zebaot heißet Sein Name und Er ist dein Erlöser (nämlich von der Erbsünde auf Golgatha), Er ist der Heilige in Israel, der aller Welt Gott genannt wird.
9. Kann es etwas Erhabeneres und Heiligeres für den Menschen geben, als diese Worte seines himmlischen Vaters!? Nein! Gott nennt Sich nicht bloß Schöpfer der Seelen, sondern sogar ihr Mann, das heißt mit anderen geistigen Worten „Vater“, denn der Mann ist der Zeuger oder Vater im Herzen der Seele und es kann nichts entstehen ohne Seinen speziellen Willen. Es ist das derselbe Geist Gottes, von dem Paul an die Römer (8, 15.16.) schreibt: „Ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet, sondern ihr habet einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater!“ Derselbe göttliche Geist gibt Zeugnis unserem (Gemütscharakter =) Geist, daß wir Gottes Kinder sind.
10. Ihr ersehet daraus, daß Gott der Mann der Seele ist, oder die Liebesflamme Gottes im Herzen eines jeden Menschen. Daraus ist es ersichtlich, daß der Mensch durch seine Weltlichkeit, Glaubenszweifel und Glaubensfinsternisse sich aus der göttlichen Höhe herab begibt, seine Göttlichkeit leugnet und die gottleugnerischen Ansichten Darwins bejaht, daß er ein veredelter Affe ist. Also nicht Gotteskind, sondern ein dummer Affe zu sein ist ihm lieber; denn so lange die Welt besteht, weiß kein Mensch, daß der Affe sich um nur eine Haarbreite veredelt hätte, obwohl er genug Beispiele aus dem Leben der Menschen sieht, um sich veredeln zu können. Oder will die Menschheit diese vertierte Gottesvergessenheit der Geistesfinsternis das veredelte Affentum des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts heißen? Ja, traurig genug für die Hochschulen und die Intelligenz, daß sie nicht Stellung gegen diese Sinnesverkehrtheit einzelner Naturforscher nehmen, sondern diese weltverpestenden Auswüchse des Gottleugnertums gutheißen und nicht bedenken, daß in der Bibel steht: „ Gott hat den Menschen nach Seinem eigenen Bilde erschaffen“. Nirgends steht aber in der Bibel, daß Gott den Menschen nach dem Bilde eines Uraffen erschaffen hätte! – Wenn also gewisse Menschen lieber Abkömmlinge der dummen, boshaften und geilen Affen sind als sich für Gotteskinder zu halten, so zeigen sie ja damit an, wie es in ihrer mit geistiger Finsternis gefüllten Verstandesweisheit beschaffen ist! –
11. Die vorliegende Forschung belehrt euch, daß ihr zu etwas ungewöhnlich Hohem und Erhabenem berufen seid, wenn ihr den Willen Gottes erfüllen wollet. Glaubet daher nicht, daß Gott mit Seinen Kindern nicht verkehrt! Wer das beteuert, der weiß eben nicht, was die Wahrheit ist.
12. Gott verkehrt mit einem jeden Menschen durch das Gewissen, wenn er auch ein Raubmörder ist, aber nur insoweit, daß Er ihm sagt, was gut oder böse ist; mit Menschen, die in dem wahren Glauben sind und Seine Gebote erfüllen, mit solchen verkehrt Er aber so, wie ein Mensch mit einem anderen Menschen, denn Er spricht aus dem Herzen zum Gehirn der Seele so, daß ein jedes Wort so deutlich und klar ausgesprochen wird, wie wenn ein Mensch zu seinem Nebenmenschen spricht, und solcher Personen kennt der Schreiber dieses bei zwanzig in Deutschland, Österreich, Rußland und der Schweiz. –
13. Ja, diese Personen haben einen reinen Glauben, wie ihn Jesus Selber einst vorgetragen und Er ist Selber ihr heutiger Lehrer und Lebensleiter. Daher ist das eine Unwahrheit, daß Gott zu heilig ist, um mit Seinen eigenen Kindern zu verkehren. Engel und Erzengel sind ja nur Menschen, die zuvor auf der Welt gelebt haben, so ist Michael Elia; Gabriel der Erzvater Jared; Raphael der Erzvater Henoch usw., somit Menschen, die einst auf der Welt gelebt haben.
14. Alle Menschen sind berufen, Kinder Gottes zu werden, aber sie müssen hier auf dieser Erde sich diesen hohen Rang erwerben durch das Leben nach den zehn Geboten, nach den zwei Liebesgeboten (Matthäus 22, 37-40) und nach den sieben Tugenden Jesu als Menschensohn, welche heißen: Liebe, Demut, Geduld, Barmherzigkeit, Keuschheit, Friedenspflege und Selbstlosigkeit; denn der Mensch muß durch diese Tugenden geistig wachsen und sich so hoch emporschwingen, um einst so vollkommen zu werden, wie sein Vater im Himmel vollkommen ist. Denn als Kinder Gottes sind die Menschen bestimmt, Götter zu werden, weil ihr Vater Gott ist und sodann Erben der himmlischen Reiche, welche als Riesenwelten im Äther kreisen. Das ist die geistige Lehre der Bibel, diese beherzige man und man wird geistig wachsen und zu seinem Gott und Vater im Himmel gelangen. Amen.
Aus: Triumph der Zeugung – Franz Schumi (1907)
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