388. – Den 23. März 1884 „Wer aufnimmt, den Ich sende, der nimmt Mich auf“
„Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer aufnimmt, so Ich Jemand „senden werde, der nimmt Mich auf; wer aber Mich aufnimmt, der „nimmt den auf, der Mich gesandt hat.“ (Johs. 13, 20.)
Liebe Kinder!
Ich will heute diese Worte euch geben, weil sie für den Verstand einen starken Wiederspruch enthalten, und deshalb ihr dieselben wiederum nicht wohl erfassen könnet, ohne Beihülfe Meines Geistes, weil sie einen Doppelsinn haben, für das äußere und fürs geistige Leben.
Für das äußere Leben ist unter der Aufnahme verstanden: „Wer einem Lehrer oder Apostel von Mir, oder einem geistigen Bruder, oder einem armen Mitmenschen Gutes, und also demselben um Meinetwillen Liebe erweist, der wird von Mir gesegnet werden, als hätte er diese Liebe Mir Selbst erwiesen.
Und weil Ich als Jesus damals zu Meinen Jüngern noch also reden musste, wie sie eben einen Begriff von Mir hatten, so musste Ich sagen: „Wer Mich aufnimmt, der nimmt Den auf, Der Mich gesandt hat.“ Würde Ich ihnen den Glauben abverlangt haben, Mich als den alleinigen Gott zu erkennen, von Welchem sie, zufolge ihrer angelernten mosaischen Lehre, einen gar hohen und erhabenen Begriff hatten, so hätten sie so Manches an Mir gefunden, das ihnen gar zu niedrig für ihren Jehova vorgekommen wäre, und hätten Anstoß an Meiner Person genommen.
*) soll ja nicht eigenliebig missverstanden werden; da ist wohl gemeint, daß Organe auf Erden sein müssen, welche reines und starkes Verlangen hegen nach besonderer Gnadenhilfe von Oben; also ein freies Liebe-Mitwirken in sehnsüchtiger Fürbitte, aus teilnehmender Erbarmung? D. Hsg. Nr. 45. Vaterbriefe, 7. Heft, 3. Auf. 3
Auf der andern Seite sahen sie in Meiner Umgebung so viele Wunder, daß sie bildeten deshalb durch den „Sohn“ eine Brücke zu Mir, auf welcher sie erst nach Meinem Tode vollends zu Mir geführt wurden, so daß Ich dann von Ihnen als Vater und Gott in Jesu geglaubt wurde (1. Joh. 2, 23., Röm. 9, 5., Col. 2, 8., 9. Joh. 14, 9 – 11.)
Nun aber will Ich Meinen Kindern den geistigen Sinn dieser Worte noch erklären, welcher sich mehr auf die Jetztzeit bezieht, obgleich solches auch zu jeder Zeit angewendet werden konnte. „Wer aufnimmt, so Ich Jemand senden werde“ bedeutet hier, „wer auf seine unsichtbaren Freunde aufmerkt, wenn dieselben „ihn zu beeinflussen suchen, wie es ihnen durch Meine gnade gelehrt wird, der nimmt Mich auf, weil dieselben ihre Worte nur „aus Mir Selbst nehmen, und also in göttlicher Liebe für Mich „zu wirken suchen.“
Darum sagte Ich: Wer Jemand von Mir Ausgehendem, also einem guten Geiste, Gehör schenkt, der nimmt Mich und den Vater auf, weil wir Eines sind. Und weil Ich heutzutage abermals von Vielen, hauptsächlich von den Leitern der Herzen zu hoch hinaufgestellt bin, weit über die Stellung eines wahren Vaters, Der in herablassender Liebe und Demut mit seinen Kindern verkehrt, und weil Ich mehr als Richter und allmächtiger König hingestellt werde, so schicke Ich nun Meine jenseitigen Diener als Vermittler zu den Menschen, damit sie durch dieselben zu Mir geleitet werden, und Mich in kindlicher Liebe ersehnen, erfassen und aufnehmen; nicht aber in banger Furcht, im Gefühle ihrer Schwachheit.
Dieses geschieht nun auch in eurem Kreise, indem Ich mit Jedem von euch verkehr. Ehe aber eine Seele zu diesem Glauben kommt, daß Ich Selbst mit ihr verkehre, braucht es längere Zeit und Vorübungen, welche der Fürst der Finsternis mit großer List zu benützen weiß, und wobei Diener der Lüge sich einstellen, um Ärger und Irrtum zu verbreiten, was aber nur so lange möglich ist, bis die Seele entschieden im Vertrauen auf Meinen Beistand, diese Einflüsterungen zurückweist, und dann in Meinem Namen fortmacht. Darum kommen dann in solchen Kundgaben keine Widersprüche des Falschen mehr, wohl aber oft solche vor, die geistige Entsprechungen in sich bergen, und deshalb nicht gleich ganz begriffen werden.
Wenn deshalb ein (Mir ergebenes) Medium sich gedrängt fühlt, Schreibversuche zu machen, so geschieht es meist zuerst mit bekannten guten Geistern, weil dasselbe sich noch für zu unwürdig hält, sogleich mit Mir in Verkehr zu treten, und da frage Ich euch nun: „Wäre es Mir wohl möglich, je mit euch, sei es innerlich oder schriftlich zu verkehren, wenn Ich euer Würdigsein abwarten wollte?“ Gehet da seid ihr noch zu sehr mit dem angelernten Glauben behaftet, anstatt daß ihr euch ganz auf Meine Gnade und Liebe verlasset, welche euch stets wieder zuruft: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“
Darum werdet stark im Vertrauen und in der Liebe zu Mir! Auf daß ihr Meine Hirtenstimme erkennet, die euch lehren will Meine Schafe zu weiden. Wie Ich einstens Petrus fragte: „Hast du Mich lieb, so weide Meine Lämmer;“ also rufe Ich auch euch nun zu: „habt Ihr Mich lieb, so weidet Meine Schafe“, wie Ich Selbst es euch lehren will!
Amen.
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