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Von den erwählten Knechten des Herrn

459. – 30. August 1885  Von den erwählten Knechten des Herrn

„Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin, Da die vernahm, dass Er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salbe, und trat hinab zu Seinen Füßen, und weinte,
und fing an Seine Füße zu nätzen mit Tränen, und mit den Haaren  ihres Hauptes zu trocknen, und küsste Seine Füße, und salbte sie mit Salbe. (Luk. 7, 37.)

Liebe Kinder!

Es gibt kein besseres und wahreres Bild der Reue, und der Demut, als es in diesem Kapitel dargestellt ist; denn das ganze Benehmen dieser Sünderin zeugt davon, dass es bei ihr keine (falsche) Reue um der Strafe willen war, sondern dieselbe war betrübt Meiner Liebe nicht würdig zu sein, und wollte durch ihre Handlung dieselbe zu gewinnen suchen. Sie fühlte zu sehr Meine geistige Liebe zu ihr, und dieses trieb sie zur Dankbarkeit an; sie hatte nur das eine Ziel im Auge, mit Mir in Liebe verbunden zu sein, und weil Ich Selbst diese Triebfeder in sie legte, und dieselbe annahm, so ließ Ich es zu, dass sie sich vor den Pharisäern und vor

Meinen Jüngern und noch vielen anderen Zeugen offen ausdrücken konnte.
Wer mit solch demütigem, schuldbewusstem und vertrauensvollem Herzen sich Mir naht, der darf Meine ganze Vaterliebe genießen, und wenn er noch so starke Gewissensbisse hat; Ich werde ihn nicht allein vor Mir, sondern auch vor den Weltmenschen wieder zu reinigen wissen; denn er hat seine schuld durch die Liebe getilgt, und Ich werde ihm gleichfalls Meine Liebe zufließen lassen, wie Solchen, denen es durch die Gnade schon leichter gemacht ist sich an Mich anzuschließen.

Es ist bei denselben (letzteren Gerechten) nicht ihr eigenes Verdienst, wenn ihnen nicht so viele Versuchungen gedroht, und sie deshalb nicht so viele grobe Sünden aufzuzählen haben, sondern es war ihre Führung eine leichtere, *) darum lege Ich stets Alles in die Wagschale, und rette mit Meiner Weisheit und Liebe nicht allein Meine Verehrer, sondern auch Meine Gegner, welche – nachdem ihnen die Erleuchtung zu Teil wird – Mir oft getreuere Kinder werden als Solche, welche durch ihre Erziehung und Umgang gewohnt sind mit Mir zu verkehren, aber nie zu einer wahren Selbstprüfung gelangen, ob sie Meiner Liebe auch Wert sind; daher auch ihr Herz nicht demütig genug Mich liebt.

Bei denen aber, welche als Brand aus dem Feuer geholt und so dem Sündenpfuhle entrissen werden, geht dann ein tiefes Erkennen ihrer Unwürdigkeit voraus, und sie ergreifen Meine Liebe mit dankbar demütigem Herzen, und dieses ist der wahre Standpunkt einer Seele, welcher Ich Mich dann erbarme, und sie tausendfach segnen will!  

Amen! (Luk. 5, 8.) Euer Vater Jesus.

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