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223. Der Knecht, der seines Herrn Willen weiß und hat nicht darnach getan

223.
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26. März 1881
"Der Knecht, der seines Herrn Willen weiß und hat sich nicht bereitet, auch nicht nach seinem Willen getan, der wird viele Streiche leiden müssen." – Lukas 12, 47-

 
Liebe Kinder!

Dieser Spruch gilt ganz besonders denen, die Meine Gnade an sich schon oft und auf vielerlei Weise erfahren haben, und die also nicht allein durch das äußere Gesetz wissen, was Mein Wille ist, sondern wo auch der heilige Geist in ihnen stets bemüht ist sie zu erleuchten, damit sie jede Abweichung erkennen.
Wenn Dieselben aber gleichgültig gegen solche Gnadenrufe werden, und ihre eigenen Wege wieder zu wandeln anfangen, also vom Geistigen abweichen und sich dem Natürlichen wieder zuwenden, so sind die Heimsuchungen, welche solche treffen, oft sehr schwer, ja oft warten größere Leiden auf sie, als es bei den Weltkindern der Fall ist; denn (solch ein Rückfall) ist ein Zurückstoßen Meiner Liebe und Gnade.
Gleichwie ein Vater mehr Ansprüche an ein Kind machen kann, das stets um ihn ist, und deshalb jeden Tag viel Liebe empfängt, und zwar mehr als ein anderes, das noch in der Fremde lebt, und erst wenn es zum Vater zurückkommt, gleichfalls alles mit genießen darf; so ist es auch der Fall bei solchen Seelen, die schon durch die Gnade erweckt sind.
Ich verlange da mehr Gehorsam, weil sie den Segen des Gehorsames und der Liebe schon mehr genießen durften, als solche, an die noch keine so dringende Berufung ergangen ist, und wo Meine Weisheit und Geduld es für gut findet, erst später ernstere Weckstimmen an dieselben ergehen zu lassen, weil nur Ich allein jeden Menschen ganz durchschaue; aber solche, welche schon mehr Gnade empfangen haben, können sich nicht mehr vor Mir mit ihrer Schwachheit entschuldigen, weil Ich mit der Erleuchtung auch die nötige Kraft verbinde, um das was der Mensch als Meinen Willen erkennt, auch auszuführen.
Tut er solches nicht, so ist es Mangel an Liebe zu Mir, und somit schätzt er sich selbst und seinen eigenen Willen höher als den Meinigen.
Dies ist also eine Widersetzung gegen Mich, und somit verfallen solche Seelen den strengsten Erziehungsmitteln, während Andere zuvor noch in der Stufe der Belehrung stehen.
Diese Worte enthalten für euch und für noch viele eine Antwort auf die Frage: "Warum müssen gerade die Kinder Gottes oft so viel leiden?"
Weil da der Abfall viel gefährlicher ist und geistigen Tod herbeiführt; darum wacht die Gnade ganz besonders über solche, die Gott lieben wollen, und übersieht ihnen auch kleinere Fehltritte nicht leicht, sondern schwingt ihre Zuchtrute über sie, um dieselben auf dem einmal betretenen richtigen Wege zu erhalten, während andere durch Liebe und Geduld erst dazu gebracht werden müssen.
Denn auch der Sohn in der Fremde hat Ansprüche auf des Vaters Liebe, nur ist oft seine Zeit noch nicht gekommen, ganz mit dem Vater zu leben; aber sie ist demselben vorbehalten, und im Stillen sorgt der Vater auch ihm für eine bessere Zukunft.
So ist es ebenfalls bei Mir! Ein Jedes wird berufen, damit es seinen Zweck erreichen kann, wie Ich es will, sei es früher oder später; wie Ich euch schon im Gleichnisse von den Arbeitern im Weinberge sagte.
Nicht die Zeit, sondern der Wille und die Tat werden einst in die Wagschale kommen.
Darum – "wer steht, der sehe zu, daß er nicht falle!"

Amen!

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