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Zum 19. März 1882
2. Kor. 12, 9
Liebe Kinder!
"Lasset euch an Meiner Gnade genügen; denn Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig", und erweist sich an allen, welche Mich mit demütigem Herzen suchen; auch liegt es nicht an Jemandes Laufen, noch am Ringen, sondern an der stillen Hingabe des Herzens!
Wer Mich zum Freunde hat, darf nicht mit Vorurteil (daß andere es nötiger haben als man selbst?) auf Arbeit ausgehen, und in andere Wohnungen eindringen, um sie zu Meinem Empfange zu bereiten; denn er wird noch zu viel Unrat in seiner eigenen Herzenskammer finden, und je höher er Mich achtet, desto sorgfältiger wird er dieselbe untersuchen, und sich bemühen, sie ganz rein zu machen, zu einem würdigen Empfange für Mich, und zu einem solchen will Ich kommen, und Wohnung bei ihm nehmen.
Die Ängstlichen sind es, die noch in der Einfalt des Herzens sind, und daher schwach im Glauben, daß Ich Mich mit ihnen verbinden werde, weil sie sich solcher Gnade noch zu unwürdig halten, welchen die Worte gelten: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig."
Darum hütet euch vor dem Rühmen der Gnade – der Welt gegenüber, auf daß ihr dadurch nicht Meine wahren, demütigen Kinder betrübet oder ärgert, welche sonst zu der Annahme kämen, als ob sie von Mir verkürzt wären. Der Begnadigte soll von ganzem Herzen danken, und diesen Dank durch die Tat ausdrücken, hauptsächlich in der Liebe zu seinen Brüdern, für welche er fürbittend zu Mir kommen, und durch liebreiche Belehrung Sorgen tragen solle; aber die Überhebung seiner selbst ist Mir ein Gräuel, weil sie die Gnade nicht achtet, und alles als eigenes Verdienst zur Geltung bringen will, und doch gibt es ja kein Verdienst, dabei Ich nicht zuvor den Segen geben muß.
Wer also die Gabe in sich hat, seine Mitmenschen mehr zum Guten anzutreiben, der erkenne, daß er dieses bloß durch Meine Beihilfe tun kann. Darum, wer Mir dienen will, kann dazu nur tüchtig werden, wenn er zuvor Mich einladet, und Ich Besitzer seines Herzens und seines Willens bin, – "Niemand kommt zum Vater, denn durch Mich", sagte Ich schon auf Erden; und somit kann, weil bloß den Kindern die Haushaltung als erste Verwaltung gegeben wird, darin Niemand Dienste leisten, außer solche, die alles nach Meinem Willen tun, und also nicht eigenmächtig handeln, sondern als schwache Kinder, welche stets auf Meine Winke und auf Meine Unterstützung warten.
Wer im Sinne hat, Großes für Mich zu leisten, der reinige sein Herz; denn ein reines Herz, in welches die göttliche Liebe einziehen kann, ist das Größte im Himmelreich.
Darum: "Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Mich ihren lieben Vater schauen!"
Amen!
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