← Zurück zu „Vaterbriefe Band 2“

293.  Herr, meinst du, daß wenige selig werden?

293.
************
2. Juli 1882
Lukas 13, 23

Liebe Kinder!

Diese Frage: "Herr, meinst Du, daß Wenige selig werden?" beschäftigt auch in der Jetztzeit noch viele Seelen (Herzen), welche mehr zu Mir halten; denn sie sehen im großen Ganzen sehr viel Abfall und Gottlosigkeit, welche sie zu dieser Frage berechtigen; doch haben sie eben auch noch zu wenig Begriff von Meiner großen Barmherzigkeit und Meiner Gnadeneinrichtung, die ihr Amt ganz im Stillen an den Herzen ausübt und oft unter einem Haufen scheinbar ganz ruchloser Menschen schon Mehrere gewonnen hat, welche nur noch einer kleinen Wendung bedürfen, um sich offen für Mich zu erklären.
Es ist öfters sogar der Fall, daß Ich Selbst die Herzen durch Zweifel noch gebunden halten muß, sich öffentlich als Meine Verehrer zu bekennen, weil dieselben zuvor durch Kampf noch mehr gestärkt werden müssen, ehe sie den Widerspruch der Welt ertragen können; und daher kommt es, daß Ich sagte: "Es sind Erste, die werden Letzte und Letzte werden oft Erste (nach Meiner Rechnung); denn die innere Berufung hat oft schon bei einer Seele stattgefunden, ehe ihr es ahnet; ihr blickt oft mit Mitleid solche an und Ich sage euch: betet für sie! vielleicht haben dieselben Gleiches auch schon für euch getan, und wenn ihr äußerlich sogar gegen einander stehet, so seid ihr beide doch bei Mir um eurer gerechten Liebe willen angenehm, und werdet ihr beide zum Mahle kommen.
Vom Morgen und Abend, von Mittag und Mitternacht will Ich Gäste und Kinder an Meinen Tisch setzen, und die Einladung dazu geschieht ganz nach Meiner Liebe und Weisheit, für euch freilich unfaßbar, bald durch Freuden, bald durch Leiden, oft in der Jugend oft im Alter; dem einen wird mehr Kreuz dadurch aufgelegt, dem andern abgenommen, gleichwie Ich unerforschlich handle beim Leben und Sterben, weil Ich als Herzenskundiger oft den Lebensfaden eines Menschen abschneide oder verlängere, wo es Menschen Verstand nur Härte oder Strafe erblickt, eben weil er’s mit dem Grübeln nicht entziffern kann.
Habt Vertrauen zu Mir als eurem himmlischen Vater! So wird das Herz euch einen Aufschluß darüber geben, der euch zum Segen wird; glaubet fest, daß alle Gebete, welche aus Liebe für das Heil eurer Mitmenschen Mir vorgetragen werden, Erhörung finden, und freuet euch mehr über das Wehen des heiligen Geistes, wenn es auch für euch selbst noch unmerklich geschieht; aber Ich sage es euch jetzt: Meine Kraft ist verstärkt auf dem Erdboden und die Finsternis muß weichen.
Bleibet mutig und standhaft, damit der Feind beim Rückzug euch nicht noch eine tückische Niederlage bereitet; harret aus! Der Sieg ist auf Seite des Lichtes, die Wahrheit ist unbesiegbar; freuet euch, daß ihr dieselbe immer wieder auf’s Neue bestätigt erhaltet und euch überzeuget, daß in allen Himmelsgegenden das gleiche Himmelsbrot ausgeteilt wird, weil alle nur einen Vater haben, nämlich Mich, als Gott, Vater, Sohn und Geist.

Amen!

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 2“