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„Ohne Mich könnet ihr nichts tun!“

95. – 26. Januar 1879 Zur Selbsterkenntnis  "Ohne Mich könnet ihr nichts tun!"
 
Liebe Kinder!
Heute will Ich euch dasjenige geben, was euch Not tut, um im täglichen Leben und im Verkehre mit euren Nächsten das Richtige zu treffen.
 
Glaubet nicht, daß ihr es in der  Liebe besser machen könnet als Ich. Wenn ihr euch vornehmet, Jedermann mit gleicher Liebe zu behandeln, so werdet ihr bald finden, wie die Weisheit unentbehrlich ist, um wahre Liebe zu üben.
 
Die göttliche Liebe hat immer im Auge jedem ein ewiges Wohl zuzuteilen, ist aber wegen Respektierung des freien Willens des Menschen oftmals daran verhindert, dasselbe durch Mittel, welche zugleich der menschlichen Natur zusagen, auszuführen, und muß daher oft auch Leiden und Beschwerden aller Art anwenden, um den Menschen auf die geistigen Güter aufmerksam zu machen, welche die ewige Liebe für ihn bestimmt hat, so er dieselben anerkennt, und somit ein bleibendes Wohlsein ihm dadurch zu Teil wird.
 
Um euch über die wahrhafte Liebe zu belehren, müßte vieles geschrieben werden; denn jeder Fall oder jedes Vorkommnis hat seine besonderen Eigentümlichkeiten; darum rate Ich euch, zuerst eure Eigenliebe zu entfernen, und nur gegen euch selbst mißtrauisch zu sein, statt gegen Andere, und Mich anzurufen, wenn ihr euch selbst prüfen wollet.
 
Ist euer Anliegen einem redlichen Herzen entsprossen, so will Ich euer Eigenwesen beleuchten, und ihr werdet dann das Richtige auch für Andere herausfinden. Ich will euch Weisheit die Fülle geben, damit ihr als Meine Werkzeuge dem Nächsten zu seinem ewigen Wohle beitragen könnet, was wieder zurückwirkend eure eigene Seligkeit erhöht, so ihr diese Gnade in wahrer Demut erkennet.
 
Äußere Formen und Gesetze braucht es dann nicht; denn "die Liebe ist die beste Lehrerin", wie es schon in einem Sprichworte heißt, was sich auch in den verschiedenen Verhältnissen des Lebens bestätigt, wie z.B. an Mutter und Kind, wo freilich es wiederum Meine Fürsorge ist, daß die Liebe in reichem Maße vertreten und das Kind von einer Sphäre der Liebe umgeben ist, daher auch ein Mensch, welcher Liebe besitzt, sich von Kindern angezogen und gehoben fühlt, und bei heftigen Menschen kann man es öfters sehen, wie schnell sie beim Anblick eines Kindes beruhigt werden; eben diese Liebessphäre ist es, welche ihnen wohl tut, da ihre Heftigkeit oft bloß ein Übermaß von Eifer ist.
 
Darum haltet euch an Mich, ehe ihr richtet und handelt, und bittet, daß Ich eure Liebe mit Weisheit verbinden möge, gedenket an Meine Worte: "ohne Mich könnet ihr nichts tun?" nicht einmal wahrhaft lieben; darum will Ich Mein Gesetz in euer Herz schreiben, welches nie veralten wird: "liebe deinen Nächsten wie dich selbst", d.h. "strebst du hier ein Kind Gottes zu werden, so hilf deinem Nächsten gleichfalls dazu, nämlich auf dem Wege, welchen Ich dir als Vater im Innern anzeigen will." Amen!

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