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„Die Gemeinschaft der Gotteskinder gleicht einem See.“

132. – 14. September 1879 "Die Gemeinschaft der Gotteskinder gleicht einem See."
 
Meine lieben Kinder!
Obschon ihr dem Äußern nach allein dastehet, und scheinbar ohnmächtig etwas zu tun für Mein Reich, wie ihr es verstehet, daß es nach eurem Sinn sein sollte, mit den äußern  Augen sehen und zählen zu können, wie viele (d.h. wie wenig) Geschwister ihr in eurer Verbindung seid – so ist Meine Kraft doch mächtig in den Schwachen aber Redlichen, und euer Eifer für Meine Sache und Mein Reich, mit welchem ihr im Gebet zu Mir kommet, für euch und andere, von großem Segen!
 
Eure stille und verborgene Gemeinschaft soll einem stillen See gleichen, da die Oberfläche ruhig ist; der aber, wenn jemand sich ihm nähert, einen Spiegel vorstellt, worin sich derselbe beschauen kann, wenn er sich etwas Mühe gibt.
 
So sollet auch ihr eurer Umgebung ohne Wort ihr Bild zeigen durch euer Stillehalten und eure Ergebung in eure Verhältnisse, und dadurch andere aufmuntern das Wasser der Wahrheit zu untersuchen, und sich darin ihr eigenes Bild oder Wesen klar zu machen.
 
Wie ein See verborgene Abflüsse hat, ohne daß Jedermann solches weiß, dieselben aber dennoch viele Gegenden bewässern und fruchtbar machen, auch viele Tiere und Pflanzen erfrischen, ohne daß der See etwas verliert; denn gerade durch dieses Abfließen wird sein Wasser rein und frisch erhalten, weil er immer wieder einen reinen Zufluß erhält; sehet, so gleichen eure verborgenen Gebete für Mein Reich dem Abflusse eines Sees, wodurch manch durstige Seele ein Labsal erhält, und euer Lebenswasser frisch bleibt, weil Meine Gnade es von Neuem für eure für bittende Liebe segnet.
 
Gleichwie aber in einem See der Sturm oft starke Wellen hervorruft, und dadurch die Zufluß- und Abflußkanäle mit Gewalt mehr durchbrochen und gereinigt werden, damit der Abfluß reiner und stärker werde, also will Ich es auch halten mit der Gemeinschaft Meiner Kinder; Zeiten der Ruhe, dem stillen Wasser gleichend, sind ihnen gegeben, damit  Jedermann sich ihnen nähern und sich bei ihnen abspiegeln kann, wo der See mit Wohlbehagen das Bild zurück gibt; d.h. wenn in der Gemeinde Liebe und Friede waltet, werden die Besucher derselben erquickt werden, und ohne besondere Anstrengung ihr Bild erschauen.
 
Damit aber die Gemeinschaft sich nicht zu sehr erhebe, sind Stürme nötig, welche das Lebenswasser von angesammelten giftigen Stoffen wieder befreien, welches Gift und Sicherheit, Eigendünkel und Überhebung besteht, das die Kanäle verstopft, welche wohltätig wirken sollen.
 
Kreuz und Leiden befreien von solchen Hindernissen, die Seelen werden dadurch aufgerüttelt zum Gebet – für sich und andere, und der Einfluß von oben wird wieder mehr ersehnt und mit Dank angenommen, welcher alsdann den Gemütssee beruhigt.
 
So, liebe Kinder, sorget, daß eure Gemeinschaft still und klar sich bewußt, was sie anstrebt, den andern zur Freude und zum Spiegel werde, und wenn Ich Stürme schicke, oft dem einzelnen oder euch allen, so hebet dankbar die Hände zu Mir empor, betrachtet dieselben als eine große Abhilfe gegen die Vergiftung eures innern Lebensstoffes, damit euer Abfluß im Gebet und Wandel nicht verheerend, sondern segnend wirkt!
 
Wie weit derselbe reicht, ist in Meinem Ermessen; glaubet dabei, daß eure Liebe nicht größer ist als die Meine, und daß wenn Ich mitwirke, die Grenze eures Wohlwollens um vieles überschritten wird!
 
So haltet stille, so lange Ich es will, und beruhiget euch damit, daß wenn auch eure Augen kein Wachstum gewahren, eure stillen Gebete doch, oft weit von euch entfernt, segensreich laben und erquicken, oft an einer Stelle, wo der Ursprung gar nicht erkannt wird. Ich gebe euch allen Meinen väterlichen Segen mit Meinem Gruße des Friedens. Amen!

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