146. – 14. Dezember 1879 "Die Geschichte vom Blindgeborenen, ein Bild der Jetztzeit." -Johannes 9-
Meine lieben Kinder!
Die Geschichte vom Blindgeborenen ist wiederum ein Bild von der Jetztzeit in der geistigen Sphäre; denn das wahre Licht in Mein Wort ist gänzlich verschwunden, so daß ohne Meine besonderen Gnaden-Einwirkungen niemand von Demselben erleuchtet wird; gleichwie damals, als Ich auf Erden wandelte, die alte (echte) Bundeslade nicht mehr vorhanden war, sondern durch eine falsche, künstliche ersetzt wurde, welche man dem Volke als die echte bezeichnet, so ist es nun mit Meiner Lehre; das jetzige Pharisäertum benützt Meine Worte ebenfalls so gut als möglich, um das Volk im blinden Glauben, und zwar in einem solchen, wie es zu ihrem Vorteil gereicht, zu erhalten, und zeigt einen großen Eifer im Verfolgen solcher Seelen, welche Ich Selbst wieder sehend mache.
Wie die damaligen Pharisäer, so wissen auch diese nun sogleich eine große Gesetzesübertretung in allem zu finden, was jetzt zu vermehrter Erkenntnis und wahrer Erleuchtung der Seele geschieht.
Gleichwie der Sehendgewordene damals mit allerlei verdächtigen Fragen bestürmt wurde, so ist es jetzt wieder, wenn eine Seele zu Wahrheiten von Mir und von Meinem Wesen gelangt, welche die blinden Menschen vermöge ihres verstockten Eigendünkels nicht begreifen können, und anstatt zu prüfen und zu suchen, lieber gleich alles verdächtigen. obschon sie, wie dort bei dem Jüngling, ihm das Augenlicht nicht abstreiten konnten, sondern der tatsächliche Beweis ihnen da entgegentrat, so waren es doch allerlei falsche Gründe, welche sie geltend zu machen suchten.
So ist es auch in der Jetztzeit, wo Ich Mich über die blindgeborenen Menschen erbarme, und ebenso durch wunderbare Mittel ihnen das Geistesauge eröffne, da werden solche Menschen von der Welt durch allerlei Ränke und Verleumdungen verfolgt und mit Fragen bestürmt; allein – wen Ich einmal geheilt habe, der soll gesund bleiben, und Mich ganz erkennen, als Den Der Ich bin, und wenn die Welt ihn verstoßen wird, so will Ich Mich seiner ganz annehmen, daß er Mich erkennt als den Sohn Gottes, und damit sein Glauben an Mich sich vermehre; denn Ich komme jetzt (hauptsächlich) zu denen, die sich geistig unwissend und blind fühlen, um sie sehend und reich zu machen in der Erkenntnis von Mir, und zu diesem Zwecke wähle Ich oft unscheinbare, aber doch wunderbare Mittel, welche den Pharisäern mit ihrer angelernten Weisheit unfaßbar bleiben, wo sie umsonst sich abmühen, solches zu begreifen.
Wohl Denen, über welche die Gnade ihr Licht ausbreitet; vergesset dabei aber nicht, daß solche berufen sind zu zeugen von dem wunderbaren Lichte, welches ihnen durch Meine Liebe zu Teil wurde; denn Meine Worte gelten nun auch euch: "Ich bin zum Gericht auf diese Welt gekommen, auf daß die da nicht sehen, sehend werden" (und zwar durch Meine direkten Mitteilungen, welche von den Pharisäern als Kot bezeichnet werden, d.h. als ein höchst unscheinbares Mittel); es gelten euch aber auch die Worte: "Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; ihr aber wisset, was Ich an euch getan, und daß Ich euer geistiges Auge geöffnet habe, damit ihr erkennet, Wer Der ist, Der unter euch wirkt und Sich eurer annimmt."
Wenn von außen her ihr zu sehr bestürmt werdet, von Verstandesfragen, so machet es wie der geheilte Blinde und sprechet: "Ich glaube Herr, hilf meinem Unglauben", damit ihr euch dann rühmen könnet, "wir haben den Herrn gesehen; Der ists, Der mit uns redet und unter uns weilet, Ihm sei alle Ehre und Anbetung!" Amen!
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„Die Geschichte vom Blindgeborenen, ein Bild der Jetztzeit.“ -Johannes 9-
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