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Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu Ihm Tag und Nacht

194. – 19. September 1880 "Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu Ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben. -Lukas 18. Kap. –
 
Liebe Kinder!
Überall findet ihr in der Heiligen Schrift Worte, welche gerade anwendbar sind auf die Verhältnisse, in welchen eine Seele sich eben befindet; denn Ich durchschaue und ermesse jede Schwere der Bürden, die der Mensch zu tragen hat, wenn er sich geistig so ausbilden will, wie es ihm Meine Gnade aufdeckt, daß er werden soll, um in innigen Verband mit Mir zu kommen, und als Kind tüchtig zu werden, des Vaters Haushalt mitzubesorgen.
 
Überall, wo solche Meine Nachfolger anfangen, sich in dieser oder jener Eigenschaft mehr auszubilden, treten ihnen Hindernisse entgegen, welche ihrem Streben im Wege stehen. Ich will euch darum Mich zum Beispiel geben, damit ihr einsehen lernet, wie Ich unter euch Allen der Beladenste bin!
 
Betrachtet zuerst Meine große Liebe und dagegen die große Abneigung Mir gegenüber in der Menschheit! Wie seid ihr doch gleich so betrübt, wenn ihr glaubet, lieblos behandelt zu sein! Sodann denket euch Meine Gerechtigkeit, und wie viel Geduld Ich mit derselben vereinen muß, damit Ich Alles bestehen lassen kann.
 
Wie oft rufet ihr Mich an, mit dem Gerichte der Gerechtigkeit euch zu Hilfe zu kommen und euch Recht zu schaffen, nicht dabei bedenkend, daß Meine Gerechtigkeit ohne die Geduld auch euch oft strenge heimsuchen müßte! Eben darum kann Ich euch auch so wenig Macht anvertrauen, weil ihr dieselbe mißbrauchen würdet, indem ihr die göttliche erbarmende Liebe noch nicht habt, die den freien Willen ganz durchdringen soll, um dadurch alle anderen himmlischen Tugenden zu erwerben.
 
(Merket euch doch immer mehr:) In der Liebe liegt die größte Macht und sie soll die Regentin (und Mutter) aller Tugenden sein! Ist dieser Standpunkt einmal bei euch erreicht, dann wird jede Bürde, die ihr noch habt, für euch leicht tragbar, indem das Erkennen des Segens derselben euch bälder klar wird, und ihr zu Mir mit Liebe und Vertrauen kommet, nicht um Abnahme der Bürde, sondern um Kraft bittend, dieselbe weiter tragen zu können.
 
Weil ihr aber Alle in eurem geistigen Wesen noch nicht soweit gekommen seid, und Meine Worte euch oft beunruhigen, so ist es wiederum Meine Liebe, die euch das Mittel anzeigt, in den Worten von Oben: "sollte aber Gott" An diese Worte haltet euch zu der Zeit, wo ihr an euch selbst verzaget, und darum nicht mit der Freudigkeit vor Mich kommen könnet, wie Ich es wünsche.
 
Jetzt in dieser Zeit besonders will Ich es so einrichten, daß Viele Meinen direkten Verkehr fühlen werden; denn die Zeit ist da, in welcher Ich wiederkomme; darum auch der große Widerspruch gegen Mein Erscheinen auf diese Weise fast ein Verbergen Derer nötig macht, die sich ganz von Meiner Nähe überzeugt fühlen.
 
Es ist nur noch eine kleine Zeit, bis nach Außen Meine Macht sich kund gibt; aber gerade diese kleine Pause ist für Meine Auserwählten die schwerste; denn Satan begehret ihrer sie zu sichten. Bedenket es daher wohl, ihr Alle, die ihr diese Worte als Meine Stimme erkennet, und haltet euch, wenn es euch bange wird, an die heutigen Worte der Schrift; denn ohne Kinder auf der Erde kann Ich da keinen Besuch machen, weil euch Meiner heiligen Ordnung ein Ruf nach Mir vorangehen muß. (Die Sehnsucht nach Jesu ist der rechte Magnet. D.Hsg)
 
Ihr sehet also ein, wie nötig es ist, von ganzem Herzen zu beten: "Komm oh Jesu – komme bald!" Euer treuer Vater. Amen!

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