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1. Kapitel – Von der süßen Qualität

Von der süßen Qualität

22. Die süße Qualität ist der bittern entgegengesetzet und ist eine holdselige liebliche Qualität, eine Erquickung des Lebens, eine Sänftigung der Grimmigkeit; sie machet alles lieblich und freundlich in allen Kreaturen. Die Gewächse aus der Erden machet sie wohlriechend und schmeckend mit schönen gelben, weißen und rötlichen Farben. Sie ist ein Anblick und Quell der Sanftmut, eine Wonne der himmlischen Freudenreich, ein Haus des Hl. Geistes, eine Qualifizierung der Liebe und Barmherzigkeit, eine Freude des Lebens. Hinwieder hat sie auch einen grimmen Quell des Todes und des Verderbens in sich; denn so sie in der bittern Qualität entzündet wird in dem Element Wasser, so gebäret sie Krankheit und aufgeschwollene Pestilenz und Verderbung des Fleisches. So sie aber in der Hitze und Bitterkeit entzündet wird, so infizieret sie das E1ement Luft, davon gebäret sich die geschwinde, fliegende Pestilenz und jählinger Tod.

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