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Der sechste Schöpfungstag – Da ward aus Abend und Morgen, der sechste Tag

6-1425 Ihr nehmt die Offenbarung auf, ohne ihre volle Tiefe zu verstehen. Das ist auch nicht nötig für den Liebetag. Wie Zweige, Blätter und Früchte nicht wissen brauchen, wie es im Boden ausschaut, aus dem die Wurzeln ihre Nahrung nehmen, so auch die Erkenntnis. Ihr trinkt sie wie das klare Wasser eines Quells ohne Frage, wo er ist. Aus dem Lebensborn schöpft ihr die Kraft, die Mein Wort in euch lebendig tragen läßt, bis hierüber ein Licht um das andere anzuzünden ist. Erscheint der siebente Schöpfungstag in seiner Glorifikation, dann werde Ich euch weiteres hinzuverkünden; dann könnt ihr es ertragen und zum Segen der nächsten Werke mitgestalten helfen.

6-1426 Aber das ‚In-Rechnung-Stellen‘, was Ich schon am Tag der Ordnung zu erkennen gab, sei hinzu erwähnt: Weil ihr euch Mir dienstbar machtet, gelang euch die Verbundenheit mit Mir, die allgemein dem Abend aufgehoben war. Als Ich im Hochamt darüber sprach, konntet ihr das nicht gleich fassen. Nun ist die Erleuchtung euch geworden, und Ich rücke sie an den gerechten Platz, inwiefern Ich von einem sinngegebenen Kindesfalle künden konnte, trotzdem keine geringste Gedankevorschau in Mir vorgegangen ist.

6-1427 Ich lehrte: Der Gedanke ist Ursprung und Erreger alles Lebens mit seiner Entwicklung. Daraus bildet sich allein das Wort, das die Tat gebiert; und die ihr anhaftende Folge ist die Rückspiegelung des Gedankens. Daran ist nicht zu rütteln, auch wenn sich anderes hinzu ergibt. Beachtet die folgende hochwichtige Belehrung.

6-1428 Ihr Ersten seid Großgedanken Meines UR-Reichtums. Ihr wißt, daß Ich das Tat-UR-Jahr, sogar den ganzen Tat-Zyklus mit seinen acht Schöpfungsjahren auf die gewaltigen Fundamentsträger gründete: die MIR vorbehaltenen gerecht gestellten Bedingungen und das den Kindern gewidmete freie Willensgesetz. Der Hinweis erfolgt deshalb abermals, weil ihr das Gesagte soweit erfassen sollt, als die bald vollendete Schöpfungswoche billigerweise von euch erwarten kann. War dies getan, mußten notgedrungen alle nachfolgenden Haupt- und Nebenwerke gleichfalls beide Grundideen als gute Kraftzentren bergen wie auch aus ihnen gespeist werden.

6-1429 Ich habe im Verlauf des Tat-Zyklus Meinen UR-Grundgedanken, der entsprechend Meiner hochheiligen Einheit ein einziger ist, der Kinder wegen geteilt, ebenso die zu entfaltende schöpferische Macht, damit das Werk wie aus sich selbst seine Fortbildung entwickeln konnte. Im ersten Teil wurde Mein UR-Ich in seiner nie sichtbaren Voll-Heiligkeit bewahrt, im zweiten, für das Werk abgezweigten Teil gemäß beider Fundamentsträger die erforderliche Daseinsoffenbarung Meiner UR-Person: die für die Kinder sichtbare Gestalt!

6-1430 Gewisserart hatte Ich so Meinem UR-Sein zwei Kraftzentren gegeben. Diese Teilung war niemals im UR-Prinzip vorhanden, wie sie es auch niemals bleiben wird. Vielmehr war sie auf ein Ziel ausgerichtet und besaß innerhalb des Raum- und Zeitbedarfs bis zur Zielerreichung ihre Geltung. Ihr erkennt nun den Zusammenhang, daß während einer solchem Ziele untergeordneten Zeit sowie deren Raum die Teilung Meines UR-Seins ebenso eine bedingte ist, wie Ich an das Ziel die Erfüllungsbedingung geknüpft habe.

6-1431 Auf den ersten, dem Ziel geweihten positiven UR-Seinsteil gründete Ich das Bedingungsgesetz und stellte es dem zweiten negativen UR-Seinsteil zur Verfügung, wie andererseits der zweite, dem freien Willensgesetz Grundgebende Teil dem ersten verfügbar war. Damit geschah zweierlei: Erstens blieb trotz Teilung die unbedingt nötige Einheit vollauf bestehen, womit die Ergänzung beider Fundamente ihr Recht besaß. Diese Einung fundierte — und darauf stützte Ich das gesamte Ziel— die völlig freie Rückkehr aller lebensbewußten Gedanken! Und dieses ist das zweite, was Ich als Vorschau in der viergeteilten Schöpfung schon erreicht hatte.

6-1432 Die Kindentfaltung lag im zweiten UR-Seinsteil. Beide Teile heißen

„Ich und mein Werk!“

Im Werk geschah der Fall. Es trat die oft erwähnte Wechselwirkung ein. Indem ihr euch MIR zur Verfügung stelltet, konnte Mein erster UR-Seinsteil in offenbarter Form auf das Werk zurückgreifen, während der zweite Fundamentsträger durch euch den Bedingungen in Freiheit dienstbar ward. Daraus entwickelte sich fast selbsttätig das Zur-Verfügung-Stellen der Bedingungen an das Freiheitsgesetz. Und hierin war ursächlich Mein heiliges Opfer begründet!

6-1433 Wäre der Hinweis auf den Fall in Mir gedacht hervorgegangen, also aus dem ersten UR-Seinsteil, dann hätte — wie gesagt — kein Kind zur Verantwortung ob der nunmehr eingetretenen Tatsache gezogen werden können; und alles, was deshalb geschah, wäre zwecklos, ja ungerecht gewesen. Doch weiter: Warum wäre es denn das gewesen? Weil in eben dieser Hinsicht der Gedanke überhaupt Meinem ganzen UR-Prinzip, MIR SELBST, hätte zugrunde gelegen.

6-1434 Alle Formgedanken müssen letztens aus dem UR-Gedanke kommen, weil — ehe irgendwelche Werke wurden — es außer Mir nichts gab! Mußte da nicht auch der Widersinnsgedanke in Mir liegen? O, so gedacht, wäre freilich der Fall Mein eigener gewesen! Allein, im Ewig-Heiligen UR existiert keine sich bekämpfende Kraft! Anders wäre sonst das Einheitsprinzip eine Zweiteilung schon in sich selbst, zufolge dessen die Sache ein ganz anderes Gesicht bekäme. Nein, Ich bin keine Zweiteilung und habe die Abirrung nicht vorausgedacht!

6-1435 Einzig in der aus dem zweiten UR-Seinsteil zwecks Entwicklung hochbefähigter Kinder angesetzten Zeit, zu deren Erfüllung Ich den Tat-Zyklus, vornehmlich das regierende Tat-UR-Jahr sozusagen zur Verfügung stellte, konnte sich aus der gegebenen Freiheit Gedanke – Wort – Tat einer vollen Hingabe, aber auch eines Falles bilden. Allein von dieser Warte aus gab Ich jene Offenbarung, um euch Ersten die Gefahr zu zeigen, die eine falsche Inanspruchnahme des freien Willens mit sich brächte. Denn in der einmal gegebenen Freiheit lag die Trennungsmöglichkeit eines Kindes! Ohne Sadhanas Umkehr hätte Ich — wie schon angedeutet — das andere Opfer aufbringen müssen, von dem ihr am Tage der Barmherzigkeit einiges erfahren werdet.

6-1436 Nun kennt ihr des Gedankens Ursprung, demzufolge unser Schöpfungskind Mir Widerpart setzen konnte. Eure Frage, warum sich das gerade in Sadhana investierte, die Ich als Mein gerechtes Negativ überreich ausgestattet hatte, sei dahingehend beantwortet, daß sie sinngemäß den zweiten UR-Seinsteil verkörperte und sie demnach als ‚Mein Werk‘ anzusehen war. In ihr lag die höchste zu entfaltende Werk-Kraft.

6-1437 Es konnten Werk und Kraft nicht unterschiedlich gemacht oder gar voneinander zu trennen sein. Die Freiheitsprobe stützte sich auf die Bedingungen, war aber im Willensgesetz begründet. Das Werk als Ganzes gesehen konnte also mittels dieser Freiheit die Vollendung haben, indem es in der Probe sich selbst den Bedingungen zum Dienste gab. Auch hier die Wechselwirkung der Grundfundamente, ihre voneinander bedingte Abhängigkeit und ihre zu erzielende Ergänzung.

6-1438 Der Liebetag ist noch nicht zu Ende; manches wird noch offenbar, damit ihr, Meine Ersten, den Ruhe-, den Schöpfungsfeiertag der Barmherzigkeit mit aufbauen helfen könnt. Ihr seht eine sich bildende Vollendung; und Jubel, Dank, Ehrfurcht und Anbetung steigt mächtig in euch allen auf. Und noch mehr brennt in euch das Feuer eurer Opferwilligkeit. Ich nehme alles von euch an und häufe die Kostbarkeiten auf Meinen Heiligen Herd.

6-1439 Auch ihr seid Mein Werk; und wahrlich, königlicher kann sich‘s nicht enthüllen, fürstlicher nicht vollendet werden als durch eure Gaben und jene Meiner Kinder! Da ist keines zu gering; sie alle sind Mein Werk, sie haben den in sie gelegten UR-Seinsteil wieder heimgebracht zu Mir, dem Ewig-Heiligen, dem Ewig-Einzigen und Wahrhaftigen! Wohlgeborgen ruht das Rückgebrachte in der Bundeslade! Einst wird der Segen dieser Gaben offenbar als unerhörte Seligkeit. Das ist dann Mein großer Tag, der das Tat-UR-Jahr beschließt!

6-1440 Nun wandelt eure Wege; zu jeder Zeit bleibt jetzt Mein Heiligtum geöffnet, und der Vorhang soll nichts mehr verdecken.“ Melchisedek segnet Seine Ersten. Die vier Wächter binden mit goldenen Ketten die Vorhangteile an schimmernden Säulen fest, und dann gehen alle an die letzte noch sehr schwere Arbeit des Gottes-Liebetages. —

6-1441 Die vierzehnte Stunde, in der die Schöpfung ausgewogen wurde und UR Seine universelle Macht mit Seinem Jubel kleidete, im Reichtum der Gedanken das Kind-Werk führte, dieser von unvorstellbarer Machtherrlichkeit geschwängerte Tagesteil neigt sich dem Ende zu. Es ist die Zeit des augenblicklichen Geschehens (20. Jahrhundert). Die Ersten stehen vor dem Heiligen Herd, die nächstfolgende Stunde vorzubereiten. Der ‚große Seher‘ (Jünger Johannes) ist dabei, wie jene, die dem Menschensohne folgten. Ein Thronstuhl steht jetzt leer: Agralea ist im Auftrage URs gegangen, ihre reiche Liebe zum letzten Mal zur Welt hinabzutragen.

6-1442 Das Kreuzmahnmal am Heiligtum hat seine Riesigkeit verloren. Viele Himmlische haben wiederum gebracht, was vom Licht dem Liebetage zugeflossen war. Seit dem Fall steht auf dem Herde ein verhüllter Gegenstand. Niemand fragte je danach, kein Fürst berührte ihn. UR hatte nicht einmal nach Golgatha etwas davon angedeutet. Jetzt, wo Er nach der Hülle greift, wird ihnen Sinn und Zweck der ‚Decke‘ offenbar, und sie merken sein Künftiges aus URs Worten. Er enthüllt ein goldenes Gefäß. Herrlich in seinem Glanz, in seiner Schönheit anzusehen, liegt es in heiliger Hand. Dieses Gefäß hat die höchsten Himmelszeichen als Gravur.

6-1443 Ein wenig hält UR es erhoben, so, als ob Er das Gefäß, seinen Inhalt oder beides überprüfen wolle, als möchten Seine Augen in die eigene Tiefe sehen, ob Gefäß samt Inhalt bedenkenlos dem Feierabend übergeben werden kann oder einer anderen Schöpfung aufzuheben sei. Ja, das dem zweiten UR-Seinsteil zugehörende Gestaltungsprinzip kann wohl dem nahenden Abend übergeben werden, damit es in heiliger Nacht zu einem prachtvoll neuen Morgen vorbereitet wird.

6-1444 Das erste ‚innere Gestaltungsprinzip‘, das einst, jetzt und in Zukunft ursächlich dem UR-Ewigkeitsprinzip entsproß, mag gleichwohl auf dem köstlich silbernen Boden des Gefäßes haften, bis das UR-Jahr heiliger Folge es den Kindern in höchster Herrlichkeit beschert! Noch öffnet UR es nicht, sondern spricht zu den Stuhlersten:

6-1445 „Meine Fürsten, Ältesten und Wächter und die ihr Meine Befehle austragt, merket auf, was geschieht! Der Tag neigt sich dahin. Gut verwahrt ist alles Werk; und ihr Ersten müßt die Letzten sein, die Mir helfen, Meine reiche Ernte bis zum letzten Halme einzubringen. Nichts darf auf dem Felde der Materie liegen bleiben, nichts darf von ihr verwüstet werden; alles ist zu sammeln, auch das letzte Körnlein, und sei es noch so arm geblieben.

6-1446 Als die schöne Ataräus — nächst Meiner UR-Sonne das herrlichste Gebilde — zerbarst, fragtet ihr geheim, wohin der aufgelöste Reichtum fließen würde. Denn daß er nicht zugrunde gehen konnte, hattet ihr erkannt, ebenso, daß es nicht möglich war, ihn in den heiligen, mitternächtigen Quell zurückzunehmen, weil damit ja die Rücknahme des ganzen Werkanteiles verbunden sein mußte.

6-1447 Mein UR-Prinzip konnte ohne Zweifel aus dem zerstreuten Reichtum wiederum ein Ganzwerk machen und bestimmt nichts Geringeres, als vordem bestand. Vom WERK-Prinzip aus betrachtet wartete Ich erst Golgatha und die Niederfahrt zur Hölle ab. Meine Geduld kam hierin dem Werk zu Hilfe, und das war für alle Kinder gut, auch für Mich selbst! Hätte Ich aus Meinem Persönlichkeitsprinzip eine Vorschau gedanklich festgehalten, aus welcher Manifestation über Wort und Tat die Folge sich gestalten mußte, so wäre aus dem zerstörten Reichtum bloß soviel entstanden, als die Ataräus-Sphäre dem damaligen Gedankenreichtum Sadhanas entsprechend besaß.

6-1448 Aus den jüngsten Geschehnissen habt ihr die sich steigernde Fülle des inneren Reichtums Meines ersten Kindes miterlebt, zwar unbewußt für Sadhana. Nähme sie jedoch die Offenbarung wahr, so würde sie sich mit keinem Gedanken darauf stützen; denn ihre Reue ist echt und die Bußbereitschaft bleibend. Nach Golgatha sah Ich aus Meinem UR-Prinzip das Werk wieder direkt vor, womit die beiden Fundamente nicht belastet, sondern durch das vollbrachte Opfer ausgeglichen werden und im Sinne allumfassender Einheit in Meinem UR-Licht sich gegenüberstehen. Was im materiellen Schöpfungsteil noch widersinnig sich ergibt, ist der letzte Faden aus dem Fall, der abgewickelt werden muß. Er ist ohne Einfluß auf Mein Reich!

6-1449 Ich habe den ersten Reichtum der Ataräus essentiell in diesem kostbaren Gefäß verwahrt. Es war verhüllt. Meine Hände faßten nicht danach; ihm sollte ja der zweite Reichtum zugemessen werden. Die Opferannahme hat das Gut verdoppelt. Aber Sadhanas Demut, die sie selbst nicht wertet und daher die einzig echte Demut ist, wird es verdreifachen! Der Sinn der Dreiheit ruht in Meiner UR-Wesenheit, in derem dritten Prinzip die Erlösung geschah, außerdem im dritten UR-Jahr des dritten Tat-Zyklus. Steigt der Tag der Barmherzigkeit aus der folgenden besonders heiligen UR-Nacht auf, so wird Sadhanas und euer aller Reichtum das Vierfache erlangen! Dann erst offenbart sich Mein hohes Ziel, das Ich als königliche Morgengabe in eure reinen, opferwilligen Hände lege.

6-1450 Noch bleibt der Schatz in seiner Hülle, doch Ich gedenke eurer edlen Bitte. Wohl euch, daß ihr nicht an euch, sondern an Sadhana denkt, ihr habt ja mit dem Soll der Schöpfungsfreiheitsprobe auch das Schöpfungs-Haben dargebracht, wodurch eure Liebe zum vollkommensten Widerstrahl Meiner eigenen Liebe wurde! Und das sei euer Lohn: Ihr sollt einst die Sonnengabe Meiner Sadhana als euer Geschenk überreichen, wenn Ich euch vom siebenten Schöpfungstag einiges voraus verkünde.

6-1451 Noch ist im Gefäß ‚Das Gesetz über die Materie‘. Ein Kind, auch das tiefst gefallene, steht in der Materie immer im Gesetz, gelangt jedoch durch Anerkenntnis der Gebote über dasselbe. In Erfüllung des ersten Fundamentes ist das zweite zur höchstmöglichen Werkhöhe innerhalb des Raumes und der Zeit einer Schöpfung zu erheben. Der es erhob, steht mit ihm auf gleicher Stufe. Ihr Ersten, wie fast alle Lichtkinder, habt die Tageshöhe aus eigener Erkenntnis, aus euerer Dienstbarkeit erreicht. Mit einem Über-dem-Gesetz-der-Materie-Sein steht ihr zugleich auf beiden Fundamentsträgern.

6-1452 Auch Sadhana steht nun über dem Materiegesetz, doch noch abhängig durch den Fall, während ihr nur auf die Dauer eines Weltenweges, einschließlich jener Sphären, die manche hinterher zu überwinden hatten. Die Materie betrifft alle Substanzen, die zu deren Bildung notwendig waren und die Ich Meinem zweiten UR-Seinsteil entnahm, zunächst ohne festen Wert, können aber aus dem Werk ihren Bleibewert erlangen, wodurch sie im nächsten Großwerk die Ergänzung mit dem UR-Prinzip erhalten.

6-1453 Dafür ist eine Art zweite Erlösung zu bilden, in die alle übrigen Substanzen der Materie einzureihen sind. Solches zweites Lösewerk steht keinesfalls auf gleicher Stufe der Kind-Erlösung, wäre nicht einmal mit euren Mitopfern zu vergleichen; es ist als ‚zusätzlicher Akt‘ anzusehen. Immerhin liegt darin auch eine recht beachtliche Schöpfungsfolge unseres erreichten Hochziels.

6-1454 Viel Segen ruht voraus auf euch, weil ihr gleich die Bereitschaft als helle Leuchte angezündet habt und wollt die Arbeit der nächsten Schöpfungswoche tun. Daß da nicht Minderes gewonnen wird, beweist Mein Vorsegen, der stets Steigerungen bringen kann. Euer Dienstwille flammt immer höher, er säumt bereits die neue Bahn. Dafür, vernehmet es, erhaltet ihr die Gabe eures UR, der Schöpfer, Priester, Gott und Vater ist, euer Ewig-Heiliger, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger, aller Welt HEILAND!

6-1455 Euer Dienstwille hat das Gesetz der Materie vergeistigt und sind ohne direkten Schöpferwillen die besprochenen Materiepotenzen einst zu reinen UR-Werk-Substanzen zu veredeln. Darum will Ich das Gefäß öffnen und aus ihm — zwar jetzt symbolisch — die Materiebefreiung heben, damit sie als ‚künftiges Werde‘ in Meinem Allerheiligsten ihr sichtbares Zeichen erhält.“ UR entnimmt dem Gefäß einen Gegenstand. Kein Silber des Raumes hat den gleichen Glanz, und alles Gold ist mit dem Gefunkel dieses Zeichens nicht gleichzustellen.

6-1456 Ein in den vier UR-Farben erstrahlendes Kristallit in unerhörter Diamantenreinheit zieht Licht und Glanz bestehender Herrlichkeit an sich und gibt es äonfach zurück, daß sogar die Fürsten sich erst an die hehre Pracht gewöhnen müssen. Sie sehen ein ankerähnliches Gebilde. An einem starken Ring schließt sich abwärts ein breiter spiralgeformter Balken als Stütze und Träger an, der unten als ein nach rechts und links geformter Halbbogen verläuft, dessen nach oben gerichtete Spitzen sich leicht dem Ringe zuneigen.

6-1457 In der oberen Ringhälfte steht der Name UR, in der unteren IMANUEL lichthell geschrieben. Im Ringraum stützen sieben kostbare Stäbe die Vaterkrone. Am Stamm abwärts erglänzen Waage, Schwert, Sichel und Kelter, dazu die Eigenschafts- und Fürstennamen, während das Kronzeichen den unteren knaufartigen Ringteil ziert. In der rechten oberen Bogenhälfte zeigt sich der Kelch und links das Kreuz mit den entsprechenden Namen. Sogleich forschen die Fürsten: „O UR, wo ist Sadhanas Zeichen und Name zu finden?“

6-1458 Vollkommener können sie im reich gesegneten Liebetag kaum denken, nicht tiefer URs Werk verstehen. Daß das unbekannte Kristallit ihre Namen trägt, erfüllt sie mit Demut sondersgleichen, während das Fehlen des ersten Kindnamens sie erschüttert. Sie recken ihre Hände aus, als wollten sie ihre Namen, in heiliger Pracht geschrieben, löschen, damit der von UR geliebte Name ersichtlich würde.

6-1459 Sahen die Ersten wie jetzt schon solchen Glanz aus urewigen Augen brechen? War es ihnen denn vergönnt, im allheiligen Blick mehr als eine Schöpfungsvollendung zu erkennen? O, viel haben sie wie alle Lichtkinder nach ihrem Geist und ihrer Seele sich erworben; aber das, was ihnen nun entgegenglüht, haben sie noch nicht erlebt. Sie neigen sich vor UR in einer bisher niemals aufgebrachten Anbetung, und es überkommt sie ein fremder Hauch, aufgestiegen aus dem auch noch nie geschauten ewig hocherhabenen Mitternachtsquell, fernher ihrer Daseinswirklichkeit. UR spricht:

6-1460 „Meine geliebten Kinder! Kommet alle zu Mir; an Meinem Herzen sollt ihr ruhen.“ Im die Lichtgesegneten fast erdrückenden Seligkeitsgefühl kosten sie die höchste Wonne aus. Währenddem redet UR weiter: „In den Namen, die das enthüllte Reifezeichen der neuen Schöpfungswoche schmücken, sind alle Namen Meiner Kinder mit enthalten und fehlt keiner; denn ICH habe sie ins Schöpfungsbuch geschrieben. Welche Freude habt ihr nun, daß es so und nicht anders ist! Ich gab als Opferpfand Meine Liebe her, damit keins der Großen und der Kleinen vergessen würde, weil Mir eines so teuer wie das andere ist, ganz gleich, welchen Namen sie tragen, auf welchem Platz in Meinem Reich sie stehen!

6-1461 Allein der Name Meiner lieblichen Sadhana fehlt. Seid nicht traurig, Meine Lieben. Seht, ist er auch noch nicht zu lesen, so kommt der Augenblick doch bald, wo beim Klang der Feierabendglocke ihr Name von Mir selbst, für euch alle sichtbar, mit einem Herdfeuerstrahl graviert werden wird. Und hier wird er stehen!“ UR deutet auf die Stelle des Bogens, der durch den Kreuzbalken mit dem Ring verbunden ist. Er setzt erklärend hinzu:

6-1462 „Für Mein Ziel entnahm Ich Meiner unteilbaren Einheit die zwei UR-Seinsteile, gezeigt im getrennt gesetzten Namen ‚UR-IMANUEL‘ in der oberen und unteren Ringhälfte, auf die Ich Mein Liebe-UR-Opfer gründete, um aus der Erlösung und Versöhnung das ‚EWIG UNGETEILT‘ wiederaufzurichten. So bedeutet es das Signum. Auch Sadhana war wie der Knauf am Ring eine einheitliche Form und Kraft, Person und Prinzip in einem. Die niederführenden Spiralen am Balken, Mein Kreuz darstellend, zeigen, wie sie sich von Mir entfernte. Also blieb dem Kinde nicht erspart, sein Wesen aufzuteilen, wovon der persönliche Teil in Kraftveräußerung, der prinziphafte in falscher Wesensschaffung vor sich ging. Doch die Spiralen laufen — umgekehrt — auch zu Mir hinauf. Und Sadhana ist aufwärtsgehend.

6-1463 Ich stellte Meine UR-Teilung in den Brennpunkt der Kindschaffung; doch in Meiner UR-Schöpferhand verlor sie ihre innerste Einheit nicht. Denn die werkbedingte Teilung entstieg keinem Muß, etwa einem Nicht-anders-Können; sie hatte ihren Grund im Willen, Kinder zu Mir zu erheben! Sadhanas Teilung erfolgte aus dem Schöpfungsfall als zwingende Notwendigkeit. In ihrem letzten Tiefpunkt mußte sie sich im gegebenen Augenblick selber spalten. Und das war geschehen, als sie nach Golgatha, als Luzifer, Mir in all ihren erbärmlichen Nichtswürdigkeiten gegenüberstand.

6-1464 Meine rechtsgültige Forderung an das Erstkind, sich aufzugeben als Person ohne jede Kraft, anerkannte es. Damit war der Rückweg vorgebahnt, der nun in aufgeteilter Form gegangen werden konnte. Geheim erfolgte schon die Spaltung, als Sadhana bei ihrer Lossagung ihr Heer erschuf. Da dieses aus Gnade, Fürsorge und ohne Wissen des fallenden Kindes vor sich ging, konnte die eben schon eingetretene Aufteilung und deren getrennt gehaltene Rückkehr sich erst dann enthüllen, als die persönliche Unterwerfung Luzifers geschah.

6-1465 Von da an wurde das aus seinem zweiten Wesensteil vorher Erlöste, die zu errettenden Fallkinder und die ihnen anhaftenden Fallpotenzen, nachträglich in die Rechtsgültigkeit eingeschlossen. Daher konnten diese Wesen, die vor Golgatha zur Erkenntnis und zur Umkehr kamen, zwar der Finsternis entrissen, nicht jedoch als Kinder heimgebracht werden. Solches geschah erst nach Meiner Opferung.

6-1466 Nun merkt noch auf: In der Bogenhälfte mit dem Kelch liegt alle Kraft Luzifers, sein Prinzip; über dieses Zeichen ist der einstige Besitz freiwillig wieder herzugeben. Daß dies geschah, beweist die Bogenspitze, die auf den Ring hindeutet. Als Form und Person aber muß er ohne Kraft und Prinzip über das Kreuz den Rückweg gehen, um dergestalt wieder SADHANA zu werden. Wie aufrichtig ihr Demutsweg inzwischen wurde, deutet der für sie symbolische Kreuzbogen an, der sich ebenfalls dem Ringe nähert. Unsere Sadhana hält also mit Meinem Erlösungswerke Schritt, mit der aus GNADE herbeigeführten Erlösung ihres Kraftwesensteils.

6-1467 Erscheint ihr Name einstens auf dem Kristallit, dann hat sie sich schöpfungsgerecht Mir wieder anheimgegeben, ist abermals und für ewig durch den Kreuzbalken mit Mir, dem Lebensring, verbunden. Aus dem euch bekannten Rettungsring, für Luzifer-Sadhana gemacht, ist ein Ring der UR-Ewigkeit in Raum und Zeit geworden!

6-1468 Nun sollt ihr als einen Teil des Lohnes die letzten Tagesstunden in innerer Vorschau erleben, weil ihr eure Arbeit gut und vorzeitig vollendet habt. Ihr könnt mithelfen, das am niederen Werkteil noch Fehlende aufzurichten; aber ihr braucht es nicht. Eure reine Demut bittet Mich um den Anteil an der letzten Erntesegensarbeit. Daher sollt ihr ihn empfangen!“ Was UR nun kündet, sehen die Stuhlersten in ihren Herzen vorüberziehen gleich einer Wirklichkeit. Sie legen ihre Kraft in das Kommende; sie sind bereit, bis zur vollen Neige des Tages dienstbar zu sein. UR spricht:

6-1469 „Die Glocke verkündet des Tages letzte Stunden. Ihr Schall wird in der Materie, besonders auf der Welt gehört. Er gilt dem von den Menschen gefürchteten Gericht. Seht hinab! Wenige haben erkannt und allmählich in der Zeit mehrerer Geschlechterfolgen verstanden, was Meine persönliche Offenbarung, das Gericht und die verkündete Wiederkunft zu besagen haben. Die Weltendzeit ruft unter den Menschen grauenvolle Veränderungen hervor.

6-1470 Was die Finsternis der nun bald aufgelösten Hölle nicht getan, nicht fertigbrachte, das bewerkstelligen noch die Menschen. Sie haben den Geist aus ihrem Herzensfeld gerückt, er gleicht einem Toten. Damit verbauen sie sich, wie einst Luzifer vor Golgatha, den Umkehrweg; und ohne einschneidenden Eingriff von uns aus haben sie so wenig Hilfe, wie Luzifer ohne Meine urheilige Opfertat und dem damit verbundenen Niedergang zur Hölle auch nicht hätte geholfen werden können. Jetzt wie einst kann nur unser unmittelbares Licht eine Wendung zeitigen.

6-1471 Meine auf Erden noch weilenden Getreuen möchten fast verzweifeln ob all der unsinnigen Widerstände. Sie wollen nach menschlicher Erkenntnis das Beste, wollen aus den Umtrieben der Menschenmacht gelangen; doch immer werden sie von den Weltwellen aufs heftigste bedrängt. Sogar unter ihnen begreifen wenige den wahren Sinn Meiner Wiederkunft und schildern Mein Gericht als ewige Verdammnis. Die dunklen Gedankenschwingungen herrschen vor.

6-1472 Ihr seht das Gericht sich abspielen, und die Menschen sind nicht von den bitteren Trübsalen zu verschonen. Von Meinem Herd geht keine Trübsal aus, und Meine Hand sendet keine Heimsuchung! Alles hat die Menschheit selbst ins Schöpfungsbuch geschrieben! Würde aber ihre aufgehäufte und noch nicht abgetragene Schuld an ihr zur Auswirkung gelangen, wahrlich, keine Seele bliebe Mir erhalten, kaum von oben, geschweige denn von unten! Darum seht:

6-1473 Von einer zur anderen Tagesstunde setzte Ich so viel ab von dieser Schuld, als alle Lichtkinder opferten, aber auch das, was die armen Wesen nach Erkenntnis fertigbrachten. Ihr meint, da wäre bald die ganze Schuld getilgt, denn Mein Opfer müßte ja zuerst zur Anrechnung gelangen. Allein, ist nicht auch die Schuld der Treuen, die sie im Einfluß der Materie begingen, der Weltschuld zuzuschreiben? Wenige wurden lastenfrei, indem sie ihrer Umwelt aus Erkenntnis ein ‚Valet‘ entgegen riefen. Darum kann in dieser Hinsicht zunächst bloß ein Kleines als Schuldtilgungen anzusehen sein.

6-1474 Die Güte und Gnade bringt auf Gesetzeswegen das Mit-Leiden Meiner Kinder und Mein höchst eigenes als Schuldtilgung in Anrechnung. Auf diese Weise ist die ungeheure Weltschuld so weit ausgeglichen, daß nicht ein Gericht des Verderbens, sondern der GNADE waltet! Die Menschheit sieht es als Verderbnis an, weil sie es in materieller Auflösung erlebt. Eine Gruppe, deren Erkenntnis zwar kaum höherer Geistigkeit entstammt, möchte Mir gern dienen und den Weltlingen zur Erkenntnis helfen. Manche arbeiten — mit wenigem Erfolg — für Völkerfrieden, Verbrüderung und Menschentum. Kämen die Irdischen im Wechsel der vorletzten Tagesstunde zu solch Allgemeinerkenntnis, in der Tat, viel trügen sie zur eigenen Rettung bei.

6-1475 Die erkannten Kosmoskräfte würden der Erde große Hilfestellung erweisen, wendeten die Menschen sie statt zu vernichtendem Machwerk in jeder Hinsicht zur Verbesserung des Lebens an. Da aber ihr Erfindungsvorstoß weit mehr zu gegenseitiger Schädigung ausgenutzt wird, kann die Schwingung des Kosmos kaum anderes offenbaren, als die Verderben wollenden Gedanken der Menschen bringen. Ihr seht den gewaltigen Einbruch kosmischer Kräfte in den nahen Erdbereich; und Noahs Sintflut ist demgegenüber eine Gnadenzeit zu nennen.

6-1476 Das sind teils noch Auswirkungen jener Sünde, da sich einer hinter dem anderen verstecken wollte, weil die Weisheit mit dem Verluste Edens auch verloren war. Es bleibt die alte Erbsünde daher bis zum letzten Atemzug der Welt bestehen; sie wird erst ausgelöscht, wenn andere Sünden nicht mehr existieren. Die Bitternis schlägt schlimme Wellen, einer gibt dem anderen die Schuld. Und so ist unsere Zeit gekommen, einzuschreiten, nachdem Ich mit euch oft genug Mein Kommen angekündigt habe. Scheinbar sind nur kleine Rettungskreise da, in welchen sich Mein Licht ganz frei manifestieren kann im Gegensatz zum großen Menschgewühl der vielen Erdenvölker. Sie verschwinden schier unter der grauen lichtlosen Masse. In Wahrheit sieht es aber anders aus.

6-1477 Unser Opfergang hat im Reichskosmos, aus dem allein das Licht und Leben zur Materie dringen, nicht minder die Kräfte zur Auswirkung gebracht wie menschlicher Mutwille im Materiekosmos. Da der Sieg unser ist, sind die himmlischen Kräfte unvergleichlich stärker als jene der Dunkelheit. Die kleinen Licht-mensch-inseln haben daher eine beachtliche Ausstrahlung, die wir in die Lichtwirkungen einbeziehen können. Die Demut irdischer Mithelfer ist ein gutes Fundament, auf dem das Gnadengericht auch mit ruht.

6-1478 Die Irdischen, noch ans Entwicklungsgesetz Gebundenen begreifen das nicht recht, während sie mit Ernst wohl die Befähigung erlangen könnten, die Materie zu überwinden. Dadurch wird denen, auf die wir unser Hilfswerk ausgerichtet haben, das Wissen über Meine unmittelbar bevorstehende Wiederkunft und ihre Mithilfe erkenntlich. Das genügt, um aus ihnen das zu machen, was sie sein sollen, was sie auch sein wollten, bevor sie den Befreiungsflug zur Tiefe angetreten hatten. Und nun sollt ihr innerlich erleben, wie unser Wirken auf der Erdwelt vor sich gehen wird (Zukunftsbild):

6-1479 Manche Helfer sehen uns. Die Menschheit aber tobt, lästert, flucht und schreit; denn die Plagen sind sehr groß, die sie zu ertragen hat. Viele töten sich und wollen es nicht wissen, daß damit ihre Qual kein Ende hat. Auch unsere irdischen Freunde haben manches zu erdulden, von dem einiges ihre eigene Schuld betrifft, die sie — wie alle von der Welt — zu der Gerichtszeit zu bezahlen haben. Doch nicht wenig Weltlast nehmen sie mit Freuden selbst auf sich.

6-1480 Ich lasse dies zu ihrem eigenen Schutze zu, damit die Horde sie nicht überfällt und schreien kann: ‚Ihr habt nichts von den Greueln zu erdulden, also habt ihr sie heraufbeschworen!‘ Teuflische Wut an den Treuen auszulassen wird dadurch weitgehendst unterbunden. Sie verstehen, was Ich ihnen offenbare, und beugen sich unter dieses notwendige, wenn auch harte Muß. Und ihr helft ihnen ja; sie stehen nicht allein im bitteren Kampf.

6-1481 Wir sammeln alle Seelen und wählen nach dem Gericht jene Weltensonne zum geistigen Gerichtsort aus, wo Luzifer Mir in der großen Schöpfungsabrechnung gegenüberstand. Der Glaube vieler, daß Ich auf Erden ein ewiges Friedensreich begründete, wird nach ihrem kleinen Sinne nicht erfüllt. Ihr seht das ja; denn die Materie kennt keinen Frieden. Auch ist‘s verfehlt, Mein Heiligtum als Meines Reiches UR-Zentrale zu verpflanzen. Hier steht es an dem von MIR zu Recht gegründeten Platz! Leichter wäre es, die kleine Welt samt der ganzen materiellen Hülsenglobe in unser Lichtreich zu versetzen, allwo sie ewig ihren guten Garten finden kann.

6-1482 Meine Wiederkunft stützt sich im Vorrang auf Mein offenbartes Wort und in zweiter Linie erst auf eine Sichtbarkeit, daß man Mich auch allenthalben sieht. Geistig greifen die verzweifelten Menschen in Mein Lichtgewand, wie Luzifer nach Golgatha es tat. Und wie er, so ringt nun auch die Menschheit noch erbittert, um ihr armseliges Weltwerk festzuhalten, ehe sie sich Mir bedingungslos ergibt.

6-1483 Einmal aber Mein Gewand, das heißt Mein Wort erfaßt, wird es auch der Weltmensch nicht mehr lassen, wie Mein geliebtes Schöpfungskind Mich nicht mehr von sich ließ. In hellen Scharen eilen Mühselige und Beladene, Kranke, Trostbedürftige. Elende, Verlorene und die sich selbst Verdammten herbei, beiderlei, die irdisch und die seelisch Armen. — Kommt, Meine Ersten, wir wollen mit dem Erlösungsgericht helfen! Die geistige Hilfe muß aber die vordringlichste sein, steht ja noch die letzte Abrechnung bevor. Was sich weithaft auswirkt, ist nur die äußere Bezahlung, die sich auf die Übertretungen des freien Willensgesetzes bezieht. Dadurch wird Mein zweites Fundament rehabilitiert und die ihm gegebene Hoheit wieder eingebracht.

6-1484 Die Abrechnung für das erste Fundament, Meine Mir vorbehaltenen gerecht gestellten Bedingungen, kann das innergeistige Gericht für alle noch nicht zum Lichte sich gewendeten Seelen sein. Dabei müssen sie sich selbst rechtfertigen und ihr Urteil aus Meiner Hand entgegennehmen. So wird auch für den ersten Fundamentsträger die Hoheit völlig aufgetan. Und dieses, Mein eigentliches Gericht, das die Menschheit ahnt, doch zum großen Teil nicht wissen mochte, kann — weil nicht irdisch — auch nicht auf Erden vor sich gehen.

6-1485 In der zweiten Hälfte der Gerichtsstunde wird die Erde wieder wüst und leer, wie sie einst als Spiegel des Gefallenen ihm übergeben ward. Ihre jetzige Leere zeigt aber an, daß Sadhana frei geworden ist und Sünde und Tod von der Welt genommen sind. Der Weltkörper — nun ohne Grobmaterie — hat ausgedient und wird jetzt noch durch Meine Macht erhalten. Seine festen Formen werden sich verflüssigen. In der nächsten Schöpfungsnacht will Ich dann alle gebrauchsfähigen Substanzen in Meinen UR-Quell senken, und ihr sollt noch sehen, was einst Herrliches daraus ersteht.

6-1486 Herzgemäß wandelt ihr mit Mir zur Weltensonne, und ihr seht es nun voraus, was wir hernach gemeinsam wirken werden. Auf der Sonne und den sie umschwebenden Trabanten haben sich indessen alle Seelen des Lichts und der Materie versammelt. Mein Rechtsstuhl steht an jener Stelle, wo Ich Luzifer einst gegenübersaß. Ihr habt am Platze des Gefallenen den Kreis gezogen, wo jede Seele vor Mir stehen muß. Des Lichtes Kinder wie auch jene, die vor Beginn dieser ‚Abzahlstunde‘ eine Lichtsphäre erreichten, auch die ihr nach Golgatha aus der Halle Jechahal holtet, fallen nicht mehr unter das Gericht; sie haben ihren ‚jüngsten Tag‘ erlebt, da sie zu ihrer Zeit ‚jüngst‘ zur Erkenntnis kamen.

6-1487 Doch manche warten, zum Teil in glänzenden Gewändern, andere zaghaft, mit kleinen, flackernden Flammen, manche wenigstens lichtbereit, die meisten aber ohne richtige Erkenntnis. Letzteren ergeht es wie einst Luzifer. Sie sehen keinen anderen Ausweg, als am Ende den ausgeworfenen Rettungsring zu ergreifen. Und das, ihr Ersten, soll unsre höchstbeste Belohnung sein für die unaussprechlich harte Mühe, die wir mit ihnen hatten. Denn wenn der letzte Ruf durch den Gerichtsraum tönt, werfen sie das Ihre hinter sich, zwar keineswegs freiwillig, sondern in der bitteren Erkenntnis, daß ihnen nichts anderes zu tun übrig bleibt. Ihr bißchen Seele bildet ihr einziges Hab und Gut, das Mir vorzuzeigen sie sich schämen.

6-1488 Sie sehen Mich, ihren Herrn und Gott, als Menschensohn JESU, wie es bei Luzifer geschah. Denn auch sie liefere Ich keinem Verderben aus! Die Abrechnung muß Ich ja mit ihnen halten, die freilich ihren wehen Wermut haben wird. Auf der Waage, Fürst der Ordnung, wollen wir die Seelen und auch ihre Taten wiegen, sie seien böse oder gut. Wie die Waage, so entscheiden alle Meine Eigenschaften. Ihr Wächter sollt im Geviert den Richtplatz säumen.

6-1489 Doch sobald eine Seele im Lichtraum steht, werden sie MICH, den ‚ihre Augen zerstochen haben‘ (Sach. 12,10; 0ff. 1,7) als ihren ewigen Richter anerkennen müssen. Über Mir leuchtet der Name: Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger, in dem der Name JESU glüht! Die Waage soll wiegen oder wägen; das Schwert schützen oder schlagen; die Sichel mähen oder reißen; die Kelter keltern oder gerinnen lassen; der Kelch zu trinken geben oder ausgießen. Als heiliges Mahnmal und Zeichen des Liebe-Schöpfungstages wird das Kreuz erschreckend wirksam sein. Wer unter die erste Abrechnung fällt, dem erweist es sich als HALT und alsbaldige Rettung, daß er sich daran aufrichten kann. Über die andern wird das Kreuz als Bürde ihrer Schulden fallen!

6-1490 Die Menschen, somnambul herbeigeführt, gehen noch mal auf die Welt zurück. Es wird ihnen eine Gnadenfrist geschenkt. Aber ihr Erleben kommt ihnen, obzwar wirklich gewesen, fast nur traumhaft vor. Auch hier seht ihr, wie sich das einst mit Luzifer im Großen wiederholt. Ihr Fürsten hattet mit ihm abgerechnet; jedoch nur bedingt sah er sein Unrecht ein. Ich selbst mußte weitere Gnade walten lassen, bis er von sich aus zur Umkehr kam. So auch hier. Eure fürstlichen Zeichen halten das Vorgericht, und nicht alle werden sich in vollem Maße beugen. Also gibt Meine ewiglange Gnade ein ‚zusätzliches Maß‘ hinzu; und das ist die Rückführung zur Welt.

6-1491 Die siebente Posaune bleibt ihnen weder so noch so erspart. Den Nur-Seelen würde diese unerträglich sein, den Menschen müßte sie Vernichtung bringen. Aber als ‚Menschen gleich‘ (in somnambulen Zustand = ins Geistige versetzt; s. 0ff. 1,10; 4,2, 7,14), bedeckt mit Meiner Linken, vermögen sie den Gerichtsstrahl auszuhalten. Und sie werden wandeln und noch handeln, als sei die Welt ihr unveräußerliches Eigentum. Kommt dann die siebente Plage, so treibt es sie zu Mir. Da stürzen sie herbei, da klammern sie sich an Mir fest und schreien wie einst Luzifer: ‚O Herr JESU, hilf!‘

6-1492 Alsdann werden sie, von der Materie ganz befreit, noch einmal auf den Richtplatz unsrer Weltensonne kommen. Und dann beenden wir ihr ‚inneres Gericht‘, das ihnen viele Bangnis bringt, weil sich keiner mehr verstecken kann. Damit beginnt überhaupt für alle vorerwähnten Seelen und Menschen die eigentliche Abrechnung. Der Richtraum hat sich nicht verändert; aber im großen Ringe ist er nunmehr von euch Befehls-Engeln umsäumt. Zwei Wege führen von dieser Stätte weiter, an denen ihr Ältesten eures Amtes waltet: die goldene Gasse weist ins Licht, der ausgetretene Pfad nach Harmagedon!

6-1493 Harmagedon ist der ‚weite Weg‘, der durch die sich auflösende Materie läuft. Sein Ende ist die Halle Merhatom. So wie die Seelen sich auf dieser Leidensstraße durch die Erlösung von ihren Sünden reinigen lassen, so versinkt hinter ihnen die Materie. Sadhana muß an der Gerichtsstätte stehen, bis das letzte Seelenkind ein Urteil angenommen hat. Das wird ihre bittervollste Sühnung sein. —

6-1494 Ich sitze auf dem Stuhle als gerechter Richter und bin zugleich Anwalt und Verteidiger. Als Anwalt verteidige Ich Mein Werk, weil Stimmen anklagend fragen, warum in der Materie so vieles hart und böse war und wollen dadurch ihre eigene Schuld verstecken. Sie möchten Mein Werk schmähen. Doch Weisheit und Geduld als unbestechlicher Anwalt Meiner Schöpfung werden ihnen das Unberechtigte ihrer Klage streng vor Augen führen.

6-1495 Stünde aber rechtsseits nur der Anwalt, der Mein Tat-Werk schützt, so bliebe Mein KIND-Werk größtenteils ungesühnt. Darum treten links Wille und Liebe als Verteidiger auf, der sogar größte Schulden nach Bekennung tilgen hilft. Der Verteidiger greift auf die Grundursache aller Schuld zurück, und diese ist — Luzifer! Hier wird nun Sadhana Gelegenheit geboten, wirklich wieder gutzumachen. Ihr seht: sie nimmt die Schöpfungsschuld auf sich, befreit so alle Mitgefallenen und selbst schuldig Gewordenen, will für alle das Urteil übernehmen. O seht, welch eine Herrlichkeit!

6-1496 Mein Opfer, das den ganzen Fall ‚beschloß‘, kann keinen heiligeren Ausgleich haben! Ihr Fürsten führet jene, von denen es heißt: sie sind aus großer Trübsal gekommen und haben ihre Kleider im Blut des Lammes reingewaschen, zur goldenen Gasse. Die andern, die während der Gerichts- und Plagenzeit zur Einsicht kamen, sind von einem Teilstück Harmagedons trotz Umkehr nicht gänzlich zu befreien. Aber bald soll ihnen das ‚Erlöstsein‘ leuchten.

6-1497 Der dritten, somit letzten Gruppe, die schreien: Herr, Herr! ist das volle Harmagedon so wenig zu ersparen, wie Luzifer seit seiner Umkehr nicht von seinem Bannort zu befreien war. Sie rufen: ‚Also gibt es dennoch eine ewige Verdammnis?‘ Sie sind so blind und sehen nicht, was Harmagedon wirklich ist. Was sie während ihrer geistigen Gerichtszeit erst innerlich erlebten, kam ihnen wie zwei Ewigkeiten vor: denn die Last verlängerte die Qual der Reue.

6-1498 Nun steht Gabriel, der Träger der Barmherzigkeit, hinter Mir und reicht den goldenen Griffel mit der Goldfeder dar. Er legt seine Hand auf Meine Schulter, bis Ich als UR im Sinne Meines alleinig höchsten Richteramtes gegenseitig ausgewogen habe, was der Anwalt und Verteidiger zu sagen hatten. Doch als UR-VATER trage Ich das Urteil ins aufgeschlagene Lebensbuch der Schöpfung ein. Ihr seht die Schrift, in feurigem Gold geschrieben. Vier Punkte, entsprungen Meinem Schöpfer-, Priester-, Gott- und Vaterwesen und Mein UR-Herz beglaubigend, ergeben das ewig einzige Urteil für alle Kinder:

Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihrer! —

Es sind die Reiche der Welt unserm Herrn CHRISTUS geworden. Und ER wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Kommt her zu Mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ICH will euch erquicken!

Und GOTT wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen, siehe, ICH mache alles neu!“

Die Feuerschrift wird über Harmagedon lohen. Der Läuterungsort muß das Verzehrende ertragen, weil damit die Schlacken abzuschmelzen sind, bis das verkrustete Gold zum Vorschein kommt. Bosheit und Sünde müssen leiden; ohne diesem wird die Krone nicht erlangt. Sie aber schimmert schon den letzten Harmagedonseelen zu.

6-1499 Finale! Halle Jechahal. Sadhana sitzt am Weihaltar, im Gemüt den Sehnsuchtsbrand. UR-Glocke! Feierabend! Und noch ist unser Erstling fern der Heimat, wohin sie seit der Umkehr heilige Unruhe treibt. Bangend blickt sie jenen zu, die langsam von Merhatom nach Jechahal pilgern. Doch demütig neigt sie das wieder liebliche Haupt. O, sie weiß sich als das letzte Kind, das heimkehren darf.

6-1500 Sphärenklang dringt an ihr Ohr; er schwillt zum mächtigen Brausen an. Sie eilt zur Pforte und sieht die Himmlischen sich scharen. Was soll werden? In großer Hast, den Augenblick nicht zu versäumen, wo für sie das ‚Erlöst‘ erscheint, sieht sie die letzten Armen von den Himmlischen umringt, Sadhana streckt die Hände aus, inbrünstig in Sehnsucht, Bitte, Dank und Jubel! Die Nachzügler treten in Jechahal ein; sie empfangen ihre Weihe, vom Jubelchor umrauscht.

6-1501 Da neigt sich das Schöpfungskind, und durch ihr Herz ziehen alle Bilder, vom ersten Morgen der Ordnung angefangen bis zum Fall, den Sadhana — je mehr sie ihn bedenkt — kaum noch begreift. Warum wendete sie sich ab von UR? Sie verhüllt ihr Haupt und sieht nicht, wie ein helles Licht sich über sie ergießt, wie einst, als sie vor allen Fürsten den gerechtesten Jubeldank am Heiligen Herd opferte.

6-1502 Sie verspürt nochmals größte Reue. Ganz darin versunken entgeht es ihr, daß sich die Pforte öffnet. Zwei hehre Gestalten treten ein und bleiben hinter Sadhana stehen. Feierlicher Ernst verklärt ihre Angesichter. Unter diesem Ernst verhüllt steigt die Himmelsfreude auf. Denn: Alles ist vom Opfer überstrahlt! Die Fürsten URs warten in Geduld, bis Sadhanas Andacht beendet ist.

6-1503 Sie ging herzmäßig abermals den schweren Weg, bis der Rest aus Harmagedon in die Seligkeit geleitet wurde. Und also ist auch ihre Heimkehrzeit gekommen. Wie wird das sein? UR hatte ihr gesagt, daß sie dann vor dem Heiligen Herd knien dürfe, auch die Erst-Erwählung zurückerhielte. — O nein, das kann nicht geschehen! Vielleicht in einem neuen Werk. Nun aber darf sie heim, heim zum Vater! Welch unsagbares Glück! Leise jauchzt sie auf. Und — sieht Michael und Rafael ohne Schwert und Kreuz. Michael hält einen herrlich weißen Mantel, den er mit vollendeter Ritterlichkeit um Sadhanas Schultern legt, dazu einen silberreinen Gürtel. Silbern sind die Schuhe, die er ihr überstreift. Rafael breitet über den Mantel einen zarten, langen Schleier und drückt auf das wunderschöne dunkle Lockenhaar einen weißen Blütenkranz.

6-1504 Sadhana läßt alles wie im Traum mit sich geschehen; nur ihre Hände wehren ab: ‚Warum schmückt ihr mich so hochzeitlich? O hohe Fürsten, das ist nicht für mich bestimmt!‘ Sie schmücken weiter, ernst und lieberein beseelt. Michael schließt die Pforte, die nach Harmagedon führt. Als er den Schlüssel in seiner Tasche birgt, ist schon das Tor nicht mehr zu sehen. Wird auch noch die nächste Schöpfungswoche manchen Ausgleich bringen müssen, ein Harmagedon und armselige Planeten werden nicht mehr sein.

6-1505 Die Fürsten führen Sadhana aus Jechahal heraus. Vor der Pforte steht der Himmelswagen mit den vier weißen Pferden. Niemand lenkt sie. Ewigkeitseilig fliegen sie dahin. Rechts und links der Straße stehen die Legionen. Jubelnd folgen sie. Vor der Stadt Licht-Heilig zeigt sich das hehre Abendende dieses reichen Liebetages. Bis zum Heilstor Hephata bilden die Befehls-Engel Spalier, vor ihnen harren die Ältesten und die Wächter an des Heiligtumes Toren.

6-1506 Da sieht Sadhana das Kreuz. Reuig sinkt sie nieder und hebt es empor. Wie schwer ist‘s ihr, obwohl nun so klein gegen einst, da es im Unendlichen stand, als Last, die UR als JESU auf sich nahm. Jene Last zu tragen kann kein Kind, da wäre wohl das Weizenkorn zermahlen worden. Sie hebt das Kreuz auf ihre zarten Schultern, will es ins Heiligtum schleppen und im Angesicht des Ewigen IHN bitten, sie anzunageln, wie durch ihre alleinige Schuld der All-Heilige von nichtigen Menschen ans Schöpfungskreuz geschlagen wurde. Nur das erfüllt ihr Wesen; es ist ihre höchstgewollte Sühne.

6-1507 Lautlos harren die Himmlischen. Sadhanas Tat hat allen Jubel, das Frohlocken verstummen lassen. Sie steht gebeugt im Glanze ihres Schmuckes, geschändet mit dem Zeichen ihrer Not. So sieht sie nicht das Licht, das aus dem Heiligtum dringt. UR hat sich von Seinem Stuhl erhoben, grüßt die Fürsten, die sich vor dem Heiligen Herd versammelten, und winkt Rafael zu, Ihm zu folgen.

6-1508 Auf dem roten Teppich, über den GOTT zur Erde ging und als Erlöser wieder kam, geht Er, um Seinen Sieg vor allen Kindern einzuholen. Der Feuerblick, im eigenen Unendlich angebrannt, fällt auf Sein Kind. Da neigen sich die Hohen und Vollendeten, Erlösten und Begnadigten. Nun braucht keiner mehr die Augen zuzumachen. Hehre Stille lastet segnend auf des Tages Abendzeit:

URs Jubel! Im Glanze Seines Opfers sieht Er vor sich alle Seine Werke, und vollendet das Gelingen von Gedanke, Wort und Tat, Seines Herzens hohes Ziel!

6-1509 UR erhebt die Rechte. Alsbald ist von Sadhana das Kreuz genommen; als schimmerndes Zeichen reicht Er es Rafael, der es leicht zum heiligen Herdplatz trägt. Sadhana, der Bürde plötzlich ledig, steht vor UR. Sein Blick ist Ernst und Liebe, Frage und Antwort, Raum und Zeit, die volle Heiligkeit! Zögern ist die gute Demutsbitte: Darf ich? Und sie wirft sich an des VATERS Brust, kniet vor GOTT, neigt sich vor dem PRIESTER und legt die wieder reine Stirne auf die Füße ihres SCHÖPFERS! Damit erfaßt sie neu, allein weit herrlicher als einst, ihren Ewig-Heiligen UR, den Ewig-Einzigen und Wahrhaftigen. Heiße Tränen netzen Füße und Hände dessen, der sich auch für alle Hingefallenen und Verirrten als UR-VATER offenbart.

6-1510 UR redet von der vielen Mühe, die Er um Sadhana in Seinem Herzen trug. Doch keine neuerliche Last wird damit aufgebürdet; es ist das Band, mit dem Er sie aufs neue an sich bindet. Glücklich frei, daß die Tränen ihrer schönen Augen wie Juwelen schimmern, so läßt sie sich von UR erheben und an Seiner Hand über den weißen Teppich ins Allerheiligste führen. Die Scharen folgen, die Mauern dehnen sich, und alle, alle werden eingeschlossen, alle sind zu Haus bei ihrem

VATER-UR-IMANUEL!

6-1511 In der Tiefe, Weite und Höhe von Raum und Zeit versinkt allmählich Werk bei Werk. Gesegnete Schatten heiliger Schöpfungsnacht gleiten drüber hin. Im Heiligtum allein ist noch ein voller Abendstrahl zu sehen, UR hat Sadhana zu ihrem Thron geleitet; auch die Fürsten haben ihr Throngestühl eingenommen. Der kostbare weiße Raumteppich liegt zwischen dem Geviert der vier Herrschaftssäulen, und golden erstrahlt auf ihm ein großes Kreuz.

6-1512 URs heiligste Tagesrede zeigt noch einmal Beginn und Ziel des Tat-UR-Jahres auf. Da flutet es unter dem Goldstrahl seiner Sonne, als wäre erst ein Werden, als käme ein Morgen statt ein Abend. UR nimmt das Hauptlebensbuch zur Hand; Er fügt dem Schöpfungstestament ein Wort hinzu und hebt es hoch, daß alle Kinder sehen können, was geschrieben steht, ewig gültig als Gnadentestament. Das Wort lautet:

‚ERFÜLLT‘!

Dann folgt Sein Feierabendwort, das den reichen, zum hochherrlichen Ende gebrachten sechsten Schöpfungstag beschließt.

6-1513 „Meine Fürsten, Ältesten, Wächter, die ihr Meine Befehle ausgerichtet habt, und alle Kinder! Nehmt Meinen Abendfrieden und Abendsegen hin. Zu heiligem Leben habe Ich euch erweckt, euch Erste an des Tat-UR-Jahres Ordnungstag, der längst seinen Grund erhalten hat, euch andere am Morgen des euch zubereiteten Liebetages, an dem Ich Meiner lieben Kinderschar ein unzerstörbares Leben gab. Und dieses Leben werdet ihr niemals verlieren.

6-1514 Nun naht die Nacht. In ihr gestalte Ich das Künftige vor. Ihr erlebt es unbewußt. Doch kein Lichtkörnlein von aller Herrlichkeit geht euch verloren; als Same keimt‘s in jedem Kind. Was Ich aus dem UR-Quell hole, das schöpfe Ich für euch! Und indem es euch gegeben wird, trinkt es jeder Raum, jede Zeit, die ebenso aus Meinem UR-Sein steigen wie ein Kind aus Meinem Herzensquell. Bei Mir herrscht kein Stillstand, und an Meiner UR-Unendlichkeit sollt ihr beteiligt sein, indem Ich nachts euch in Mein UR-Sein senke und am nächsten Morgen wachküsse zu neuem, herrlicherem Vollendungsleben.

6-1514 Ihr kanntet nur das eine: heim zum Vater, mit Ihm ewig verbunden sein! Denn seit der Schöpfungsfreiheitsprobe trugt ihr Hohen und Vollendeten dieses Ziel in euch. Traurigkeit belastete euch, sahet ihr beim Rückweg von den Welten, wieviel Dunkles von der Materie in euch war. Trotzdem ginget ihr den Dornenweg als wahre Mitopferträger. Ihr habt die Grundvereinigung mit Mir verdient, was bloß in einer Schöpfungsnacht erfolgt, weil aus deren Ruhe die Kraft euch überkommt, das nächste Tagwerk zu vollenden helfen.

Denn Meine Tage steigern sich in ihrer Herrlichkeit!

6-1516 Ihr Erlösten habt noch rechtzeitig die Heimsehnsucht erkannt; ihr sollt am Kronschatz euern Anteil haben. Den gibt euch der heilige Feiertag der Barmherzigkeit. Und ihr begnadeten Kinder sollt auch nicht abseits stehen; über euch leuchtet die KRONE der ERBARMUNG! Die Nacht ernähret euch, daß ihr aus begnadigten Kindern begnadete werdet. Der Feiertag reiht euch ein in alle selige Herrlichkeit!“ Die Sonne verändert sich. UR deutet darauf hin.

6-1517  ,,Sehet, Meine eigene Lebenssonne neigt sich tiefer, euch näher zu. Ein Zeichen! Auch sie wird von der allerhabenen Schöpfertiefe aufgenommen, die neues Morgenrot, Sonne, Tag und Leben bringt. Was ihr letzter Strahl bescheint, hüllt die hehre Nacht in ihre Schleier ein. Das äußere Teilreich ist schon längst vergangen, denn die sinkende Sonne nahm es in sich auf.“

6-1518 UR steht lang mit ausgebreiteten Armen, segnend, und die Kinder sinken in Ihn ein. Zuletzt sind Sadhana und die Fürsten da und das heilige Geviert am Stuhl und Herd. Als Erste dienten sie dem UR, als Letzte helfen sie dem Vater, Sein Tagwerk zu beschließen. Feierlich, fernher, verdeckt vom nächtlichen Geheimnis, hallt das letzte Liebe-Tag-Geläut und — das hohe Wort:

6-1519 „Meine Fürsten, euch wird EWIGES zuteil, bevor ein neues Morgenrot das Herrliche des Feiertages eingesegnet haben wird. In dieser Nacht sollt ihr den Dank erfahren. Rüstet eure Herzen! — Meine liebliche Sadhana, die Nacht löscht aus, was Mir widerstand. Was den Liebetag vorübergehend trübte, soll Meiner heiligen Güte, Gnade, Langmut und Sanftmut wegen auch nicht in Gedanken das Licht der neuen Sonne streifen! Bereite darum auch dein Herz! —

6-1520 Nun geht zur Ruhe ein; in Mir seid ihr geborgen! Ja, nun seid ihr Meine Miteigentümer, und Ich bin euer ganz eigener Grundeigentümer geworden! Hochgesegnet ist Mein Werk, sind alle Kinder, groß und klein; das Tat-Geheimnis in UR-Raum und UR-Zeit ist eure Decke.“ Da stehn sie auf, die Königlichen, für sich und alle. Ein brausendes

‚IMANUEL‘

ist ihre letzte Anbetung. ‚Preis, Dank, Lob und Ehre‘ bedeckt auch UR. O welch unfaßlicher Reichtum, und wie mager sind die Erdenworte, die es schildern sollen. Es läßt sich nur im Herzen nachempfinden.

6-1521 UR holt den Tagesrest des Weihkrautes aus der Lade des Heiligen Herdes und streut ihn in die sacht schwingende Opferschale ein. Da kreist sie langsam aus. Er deckt Seine ach so herrlichen Hände über das Feuer vom silbernen Teller, bis es friedlich flammt, mit ihm die sieben Fackeln um den Stuhl. Warmrot, wie der Gottesteppich und der Opferkelch, glutet die UR-Sonne durch den Raum; denn außerhalb Seines Heiligtumes ist nichts mehr vorhanden. Die Nacht hat ihren unerhörten Frieden über alle Schaffung ausgedehnt.

6-1522 UR ruft die segnenden Schatten ins Heiligtum, soweit Er sie benötigt. Sie verhüllen das funkelnde Gerät, weil auch der Liebetag den Ausgleich braucht. Die vier Stunden vor der Mitternacht dienen diesem Werk. UR ist allein mit Seinen heiligen Gedanken. Wer kann sie ahnen? — Sie werden denen offenbar, die bewußt bittend aus der Fülle Seines nie meßbaren Reichtums nehmen, soviel ein Kinderherz fassen kann, soweit es gut ist, daß es Offenbarung wird. Und doch:

UR ist nicht allein, Er hat sich selbst!

6-1523 Er geht durch den dem Liebetag geweihten Raum, durch dessen Zeit, und birgt in sich, was Seine Geduld in der vorangegangenen hohen Nacht der Liebe übertrug. Mit der Tagesherrlichkeit füllt Er Sein UR-Sein an und trägt es hin zum Quell der Mitternacht, Werk um Werk, Kind um Kind, Gedanke-Reichtum, Wort-Herrlichkeit, Tat-Vollendung und läßt das alles schon zur heiligen Folge werden. Wer schaut wohl Seinen Händen zu, die die kommende Krone schmieden . . .

6-1524 Erhabenstes, nie geschautes Licht liegt auf Seinem Antlitz, als Er an der Quelle steht, die in herrlichster Weisheit ER SELBER ist! Er hatte sie für den dritten großen Tat-Zyklus gestaltet; und schon sind hochgesegnete Werke daraus hervorgegangen. Die viergefeilte Schöpfung; das Gedanke- und das Wort-UR-Jahr; auch vollendet sich die erste Woche aus der Tat! O UR, o UR, wer möchte Deinen Reichtum tragen und ihn messen?! Mit Feuer wachst Du über diesen Quell, über die vier brausenden Lebensströme; denn solange Quell und Ströme fließen, genauso lange hast Du Dein Kindervolk! —

6-1525 In Ihm und aus den Wassern tönt das dunkle Moll der Mitternacht. Niemand spürt die Zeit, durch die zwölf Schläge eilen, und niemand ist, der jenen Raum erblickt, durch den der Hall getragen wird. Mit dem ersten Schlag begibt sich UR ins Heiligtum. Damit ist der Tag der Liebe auch in UR erfüllt. Die Liebe hat sich gleich den andern schon erprobten Eigenschaften in aller Wunderherrlichkeit bewährt. Ihre Nachfolgerin ist die

BARMHERZIGKEIT !

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